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Die Touristen gehen, die Arbeitslosigkeit steigt

Die Touristen gehen, die Arbeitslosigkeit steigt

Während bundesweit die Arbeitslosenzahl zurückgeht und im Land die Lage am Arbeitsmarkt stabil bleibt, ist in der Region Trier die Zahl der Jobsuchenden leicht gestiegen - um 200 auf nun 9246 arbeitslose Menschen.

Trier. Mit dem Ende der Tourismussaison knickt in der Region der Arbeitsmarkt im November etwas ein. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich leicht erhöht - für den Chef der Arbeitsagentur Trier, Wolfram Leibe, aber noch kein Grund zur Beunruhigung. "Wir sind in der Region Trier sehr stark abhängig von der saisonalen Entwicklung in der Gastronomie und im Baugewerbe. Dabei spielt nicht nur die Wetterlage eine Rolle, auch die Verteilung von Feiertagen oder Ferienterminen kann Einfluss auf den Entlassungszeitpunkt haben."
Dies zeigt sich an den Zahlen aus der Tourismushochburg Bernkastel-Wittlich. In keinem anderen Landkreis der Region ist die Arbeitslosigkeit so stark angestiegen wie dort. Waren im Oktober noch 1702 Menschen arbeitslos, so sind es im November mit 1841 Personen immerhin 139 Personen mehr. Im Vorjahr waren es allerdings mit 1931 Personen nochmals 90 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote ist von 2,8 Prozent im Oktober auf 3,1 Prozent im November gestiegen. Vor einem Jahr lag sie bei 3,2 Prozent.
In Trier hat sich der Arbeitsmarkt dagegen sogar weiter positiv entwickelt. Die Stadt ist die einzige Kommune in der Region, die im November einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit vermeldet. Im November waren hier 2796 Personen arbeitslos, 25 weniger als noch im Oktober und 304 weniger als noch vor einem Jahr, berichtet die Arbeitsagentur. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den jungen Menschen unter 25 Jahren ist besonders erfreulich. In der Region sind aktuell 1072 Jugendliche arbeitslos, 125 oder 10,4 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.
Nach Angaben der Arbeitsagentur führt die weiter niedrige Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent zu einer leichten Fehleinschätzung.
"In Gesprächen werde immer häufiger begrüßt: 3,5 Prozent, das ist doch eigentlich Vollbeschäftigung. Ich sehe aber weniger die Arbeitslosenquote als die tatsächliche Zahl, 9246 Arbeitslose, das sind genau 9246 Arbeitslose zu viel."
Weil aber Arbeitssuchende und freie Stellen oft nicht zusammenpassen, will die Agentur an diesem Hebel stärker ansetzen. Viele Fachkräftebedarfe können auch über den regionalen Arbeitsmarkt abgedeckt werden. In drei Gruppen sieht die Agentur für Arbeit großes Potenzial. Neben Frauen und Männern, die sich im Moment in einer Familienphase befinden, sind es vor allem ältere und auch schwerbehinderte Menschen, deren Kompetenzen nicht in vollem Umfang genutzt werden.
Gerade auf die Gruppe der schwerbehinderten Menschen möchte die Agentur für Arbeit in den nächsten Wochen und Monaten die Aufmerksamkeit besonders lenken. "Viele schwerbehinderte Menschen besitzen eine gute Qualifikation und hohes Engagement", erklärt der Leiter der Arbeitsvermittlung für schwerbehinderte Menschen, Joachim Wagener.Extra

Für einen November ist die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt deutschlandweit in diesem Jahr überraschend positiv: Die Zahl der Männer und Frauen ohne Job ging um 24 000 auf 2,713 Millionen zurück. Eine Folge der weiterhin guten wirtschaftlichen Entwicklung, urteilt die Bundesagentur. Positiv: Die Zahl der Erwerbstätigen stieg nach den jüngsten Zahlen vom Oktober binnen Jahresfrist um 477 000 auf 41,55 Millionen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag zuletzt (September) bei 28,97 Millionen - ein Plus von 698 000 auf Jahressicht. Dabei wuchs die Teilzeitbeschäftigung mit 325 000 nahezu ebenso stark wie die sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung. Die Stellen entstanden in allen Bundesländern und in den meisten Branchen. Die Lage am rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt war stabil. Die Nachfrage der Unternehmen blieb lebhaft. Lediglich die Arbeitslosigkeit hat im November in Rheinland-Pfalz geringfügig zugenommen - dafür waren aber ausschließlich jahreszeitliche Einflüsse bestimmend. Hintergrund war das Ende der Fremdenverkehrssaison an Rhein, Mosel und Ahr. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte, waren im November in Rheinland-Pfalz rund 101 200 Frauen und Männer arbeitslos, 300 mehr als im Oktober. Diese Zunahme fiel deutlich geringer als der langjährige Durch-schnitt aus. Die Arbeitslosigkeit bewegte sich weiter auf deutlich niedrigerem Niveau als vor einem Jahr. Im November 2011 wurden rund 7000 oder 6,5 Prozent weniger Arbeitslose gezählt als zwölf Monate zuvor. Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,8 Prozent in Rheinland-Pfalz unverändert - vor einem Jahr hatte sie noch bei 5,2 Prozent gelegen. dpa/hw