Die Trierer Sektkellerei Bernard-Massard feiert 100-jähriges Bestehen

Jubiläum bei Bernard-Massard : Darauf ein Gläschen Sekt

In diesen Tagen gibt es bei Bernard-Massard in Trier einen guten Grund, die Sektkorken knallen zu lassen. Das Unternehmen feiert seinen 100. Geburtstag und ist für die Zukunft vielseitig aufgestellt.

Das Palais Pillishof hat den würdigen Rahmen für die 100-Jahr-Feier der Sektkellerei Bernard-Massard geboten. Neben zahlreichen Gästen haben Triers OB Wolfram Leibe und der Hauptgeschäftsführer der IHK Trier, Jan Glockauer, Firmenchefin Sabine Immelnkemper gratuliert. Seit 2003 ist sie im Unternehmen und in dritter Generation seit 2015 Geschäftsführerin des Hauses.

„100 Jahre Sekttradition liegen hinter uns. Aber der Blick ist nach vorne gerichtet und ich nehme die Herausforderung an, Tradition und Innovation zu verbinden, so wie es bereits mein Vater und mein Großvater getan haben“, erklärt Sabine Immelnkemper.

Längst ist die Sektkellerei vielseitig aufgestellt. Die Unternehmerin nennt drei Säulen, die alle etwa gleich zum Erfolg beitragen. Auf der ersten Säule stehen Sekte und Crémants: „Unser Fokus liegt hier auf Premiumsekt, der nach traditioneller Methode versektet wird. Dabei garantiert moderne Technik den hohen Qualitätsstandard“, erzählt Immelnkemper.

Seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat sich das Unternehmen einem zweiten Geschäftszweig zugewandt: dem Import internationaler Weine. Inzwischen finden sich rund 450 unterschiedliche Weine aus aller Welt –  auch aus der Großregion – auf der Karte. Aus Übersee werden Weine aus Neuseeland, Australien, Chile, Südafrika oder den USA angeboten. Auch in Europa fehlt kein berühmtes Anbaugebiete. Deutschland, Luxemburg, Italien, Portugal, Spanien und natürlich Frankreich sind gelistet. In dieser Vielfalt und mit diesem Engagement war das Haus Anfang der 90er Jahre in Deutschland noch ein Pionier.

Zur Firmengruppe gehört zudem das Château Fontesteau in der Gemeinde Saint-Sauveur im Bordeaux, das Joachim Immelnkemper für die Gruppe zukaufte. Der langjährige Firmenchef, er übernahm 1984 die Geschäfte von seinem Vater Karl, hatte auch bei weiteren Investitionen eine geschickte Hand, wie die Tochter erzählt. 1995 übernahm Joachim Immelnkemper ein weiteres Sekthaus. „Und im Gesamtpaket war das exklusive Importgeschäft von MONIN in Deutschland“, sagt Immelnkemper.

Inzwischen ist der Vertrieb des Sirup-Weltmarktführers das dritte Standbein der Unternehmensgruppe. MONIN gibt es in 105 verschiedenen Geschmacksrichtungen, die sich mit Wein, Sekt, Cocktails oder auch Kaffee mischen lassen. Den Sirup vertreibt Bernard-Massard in 0,25-Liter- und 0,7-Liter-Flaschen. „Jährlich sind das sieben Millionen Einheiten. Jede Flasche, die man im Handel oder im Gastrobereich in Deutschland sieht, wurde von uns verlegt.“ Auf allen Ebenen ein vielfältiges Geschäft mit dem Fachhandel, dem Lebensmitteleinzelhandel und mit Privatkunden in Deutschland und darüber hinaus. Weitere Investitionen sollen die Entwicklung stärken: Derzeit baut das Unternehmen den Bereich Sekteigenmarken mit kundenspezifischen Etiketten aus. So kann jede Firma seinen eigenen Sekt mit seinem firmentypischen Etikett kreieren lassen. Die neue Etikettieranlage soll noch in diesem Sommer in Betrieb gehen. In der Region haben Gäste die Gelegenheit, das Flair des historischen Palais zu erleben. Der ehemalige Rotweinkeller wurde 2017 in die Bernard-Massard Sektwelt umgestaltet. Jeden vierten Donnerstag im Monat lädt Bernard-Massard zu Eventproben rund um Wein- und Sekt ein.

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