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Edeka schluckt Trierer Ratio

Edeka schluckt Trierer Ratio

Der nach eigenen Angaben führende deutsche Lebensmittelhändler Edeka übernimmt die meisten Läden des Mittelständlers Ratio. Auch das am Trierer Verteilerkreis gelegene Ratio-Einkaufszentrum wechselt den Besitzer. Der Name soll vorerst bleiben.

Trier. (sey) Für die 120 Trierer Ratio-Mitarbeiter kam die Mitteilung am gestrigen Nachmittag völlig überraschend. Als der TV sich nach den Konsequenzen der Übernahme erkundigte, wussten die Beschäftigten noch nichts von ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber. Und der Trierer Niederlassungsleiter war gerade auf dem Weg in die Münsteraner Firmenzentrale. Offenbar, um dort zu erfahren, was Edeka kurz zuvor bekanntgegeben hatte: die Übernahme der Ratio-Handelsgruppe. Sie muss noch vom Kartellamt genehmigt werden. Elf von zwölf Einzelhandelsmärkten, darunter die Trierer Filiale, und acht Großmärkte will Edeka demnach übernehmen. Nur die beiden Baumärkte in Limburg und Oer-Erkenschwick sowie der Bochumer Markt bleiben bei der im westfälischen Münster beheimateten Ratio-Gruppe. Das Handelsunternehmen gehört dem früheren Springreiter Hendrik Snoek, der gestern sagte: "Mit Edeka haben wir den idealen Betreiber und Mieter für unsere Immobilien gefunden."

Im Vergleich zum Lebensmittelriesen Edeka ist Ratio ein Zwerg: Mit ihren rund 2100 Mitarbeitern macht die Gruppe einen Jahresumsatz von 600 Millionen Euro. Edeka dagegen macht mit 12 000 Märkten und 290 000 Beschäftigten einen Umsatz von 42 Milliarden Euro.

Das Trierer Einkaufszentrum wurde 1977 eröffnet. Damals holte Oberbürgermeister Josef Harnisch durch persönliche Kontakte eine Filiale des überwiegend im Ruhrgebiet und in Niedersachsen ansässigen Unternehmens an die Mosel. Erst vor vier Jahren wurde die Ratio-Filiale am Verteilerkreis mit einem Millionenaufwand auf Vordermann gebracht.

Laut Edeka-Sprecher Gernot Kasel sollen alle Ratio-Läden ihre Namen behalten; auch Änderungen des Sortiments seien vorläufig nicht geplant.