Eifel-Initiative: Unternehmen fordern bessere Rahmenbedingungen

Kostenpflichtiger Inhalt: Fachkräftemangel fordert die Unternehmen : Regionale Wirtschaft: Was Eifeler Unternehmer jetzt fordern

Der Fachkräftemangel und langsames Internet bremsen die regionale Wirtschaft aus. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm gehen Firmenchefs voran und setzen die Politik unter Druck.

Die regionale Wirtschaft ist in bester Verfassung: Volle Auftragsbücher im Handwerk, eine gute Nachfrage bei vielen Unternehmen, die Arbeitslosigkeit in der Region ist auf einem niedrigen Stand. Auch bundesweit sind die jüngsten Konjunkturmeldungen positiv. Doch wie lange noch?, fragen Experten.

In der Eifel formieren sich die Unternehmen, um die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu verbessern und die Politik stärker in die Verantwortung zu nehmen. Der Fachkräftemangel könnte nämlich zum Desaster für die heimischen Betriebe werden. Bereits jetzt fehlen im gewerblichen Bereich rund 5500 Mitarbeiter. Dr. Matthias Schmitt, Chefvolkswirt der Industrie- und Handelskammer Trier (IHK), sagt: „Es sind vor allem Fachkräfte mit einer Dualen Ausbildung und Azubis, die gesucht sind.“

Im Handwerk sieht es ähnlich aus. Selbst für dieses Jahr sind noch fast 600 Lehrstellen zu besetzen. „Insgesamt sucht das Handwerk mehr als 2000 Fachkräfte“, erklärt Dr. Matthias Schwalbach, Geschäftsführer bei der Handwerkskammer Trier (HWK). Um junge Leute fürs Handwerk zu gewinnen, lädt die HWK heute, Freitag, von 13 bis 17 Uhr, zur Messe „Chance Handwerk“ ins neue Berufsbildungszentrum ein.

Vor dieser Herausforderung stehen auch andere Regionen. Erst jüngst meldete das Handwerk in Luxemburg einen Bedarf von mehr als 9000 Mitarbeitern an – nur fürs kommende Jahr.

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm reagiert die Wirtschaft auf diese Herausforderung. Jan Niewodniczanski (Bitburger Braugruppe) und Lothar Thommes (Tesla Grohmann) wollen die Unternehmen in der Eifel besser vernetzen und die Rahmenbedingungen verbessern. „Wir haben die 25 größten Unternehmen im Kreis eingeladen, um über gemeinsame Probleme zu beraten“, erklärt Jan Niewodniczanski. Die Firmen beschäftigen 6500 Mitarbeiter in ihren Betrieben. Fünf Kernforderungen haben sich dabei herausgeschält: Der Fachkräftemangel steht an erster Stelle, die digitale Infrastruktur mit Breitbandausbau und Mobilfunknetz gehören ebenso dazu wie ein attraktiver ÖPNV, bezahlbarer Wohnraum und unternehmerfreundliche Planungs- und Genehmigungsverfahren. Am Mittwoch gibt es dazu eine Auftaktveranstaltung in Bitburg. Die Initiative der Eifeler Unternehmen findet den Beifall der Kammern. „Wir sitzen alle in einem Boot, und wenn es der gesamten Region gutgeht, profitieren große und kleine Betriebe“, erklärt Matthias Schwalbach. Und Matthias Schmitt sieht es als sehr positiv an, dass damit der Fokus auf dem Kreis liegt. „Wir müssen unsere Karten gut ausspielen, damit sich die Region insgesamt positiv entwickelt.“

Aus Mainz kommen zur Eifel-Initiative positive Signale: „Wir begrüßen es, wenn sich Unternehmen gemeinsam für ihre Region starkmachen“, sagt eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Es sei wichtig, dass Politik und Wirtschaft für einen starken Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz eintreten und Hand in Hand nach Lösungen suchen.