Eifelwerk-Gruppe weiter unter Druck

Eifelwerk-Gruppe weiter unter Druck

Die Situation für die Eifelwerk-Gruppe aus Malbergweich (Eifelkreis Bitburg-Prüm) verschärft sich weiter: Nachdem bereits zwei Unternehmen aus der Gruppe in Insolvenz sind, ist nun für die Holding, die Eifelwerk Heinrich Stein GmbH & Co. KG, ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet worden. Mehr als 500 Menschen arbeiten in der Gesamtgruppe.

Malbergweich. Ausgerechnet im 100. Jahr ihres Bestehens kam die Eifelwerk-Gruppe aus Malbergweich ins Straucheln. Mit der Eifelwerk Bordnetzsysteme GmbH mit Werken in Malbergweich und Üttfeld (beides Eifelkreis), und der Firma Wildfang Präzisionsschmiedetechnik in Sachsen-Anhalt gingen im vergangenen Jahr gleich zwei Firmen aus der Gruppe in Insolvenz.
Nun, Anfang März, wurde beim Amtsgericht Bitburg ein Insolvenzantragsverfahren für die Holding eingeleitet: Vorläufiger Insolvenzverwalter der Eifelwerk Heinrich Stein GmbH & Co. KG ist der Trierer Insolvenzanwalt Jörg Wunderlich. "Die Geschäfte gehen weiter. Wir prüfen nun unter Hochdruck die Unternehmenssituation. Gespräche mit den Banken, Lieferanten und Geschäftsführung sind eingeläutet", sagt der vorläufige Insolvenzverwalter.
Hoffnung auf Besserung


In Malbergweich ist nach der jüngsten Hiobsbotschaft die Stimmung gedrückt, wie Ortsbürgermeister Heinz Engler dem TV sagt: "Das Werk hat für unseren Ort natürlich eine große Bedeutung, und wir hoffen, dass die jetzigen Probleme überwunden werden können."
Der Insolvenzantrag der Dachgesellschaft ist der nächste Tiefschlag für die Firma, die für Kraftfahrzeug-, Maschinenbau-, Luftfahrt- und Elektronikindustrie unter anderem Kabelstränge herstellt. Kurz vor Weihnachten musste schon der Insolvenzverwalter der Bordnetzsysteme GmbH, der Frankfurter Rechtsanwalt Jürgen Wallner, die Hälfte der verbliebenen 90 Mitarbeiter in den beiden Werken Malbergweich und Üttfeld kündigen. "Ein Großkunde ist abgesprungen, der Auftrag nach Osteuropa abgewandert", sagte Wallner vor Wochen dem TV. In beiden Werken wird aber weiter produziert, wie der Frankfurter Anwalt gestern dem TV sagte. Nach seiner Auskunft wird sich die Zukunft der beiden Werke voraussichtlich in den kommenden Wochen entscheiden. Ob und welchen Einfluss nun die Insolvenz der Holding auf die Gruppe habe, könne man derzeit nicht sagen.
Extra

Die Eifelwerk Heinrich Stein GmbH & Co. KG hat ihre Wurzeln im Jahr 1912. Das Unternehmen wurde damals in Malbergweich (Eifelkreis Bitburg-Prüm) als Gießerei für Leichtmetall und Messing gegründet. Über die vielen Jahre hat das Unternehmen zahlreiche Töchter gegründet oder hinzugekauft. Die Firma fungiert seit 2007 als Holdinggesellschaft der Eifelwerk-Gruppe. Sie ist Zulieferer der Kraftfahrzeug-, Maschinenbau-, Luftfahrt- und Elektronikindustrie. Das Unternehmen beschäftigte im vergangenen Jahr noch etwa 600 Menschen, zuletzt waren es gut 500. hw

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