"Eigentlich habe ich sechs Büros"

"Eigentlich habe ich sechs Büros"

Tee oder Kaffee? Fotos von der Familie oder Kunstdrucke? Schnitt- oder Topfblumen? In einer neuen Serie besucht der Trierische Volksfreund Chefs von Unternehmen der Region Trier in ihrem Büro - und lässt sie erzählen, warum sie ihren Arbeitsplatz so und nicht anders eingerichtet haben. Heute schaut der TV bei Heinz Büchel vorbei, seit Januar Personalgeschäftsführer der neu gegründeten RWE-Tochter Westnetz.

M ein Büro in Trier ist derzeit noch eine Baustelle - es ist noch nicht fertig eingerichtet. In einem Teil des Raumes habe ich früher schon gearbeitet, als ich noch Gesamtbetriebsratsvorsitzender der RWE Deutschland AG war. Wir haben eine Wand entfernt, so dass das Büro jetzt größer ist.
Zurzeit bin ich leider nur selten in Trier. Mein Ziel ist es, öfter hier zu sein, mindestens einmal in der Woche. Eigentlich habe ich sechs Büros: Eines ist mein Auto. Dort telefoniere ich oder ich arbeite an meinem Laptop, wenn ich einen Fahrer habe. Mein zweites Büro sind meine beiden Reisetaschen, die ich immer dabeihabe. Am RWE-Hauptsitz in Essen kann ich im Arbeitszimmer eines Kollegen meinen Laptop anschließen. Und in der Westnetz-Zentrale am Rheinlanddamm in Dortmund habe ich natürlich ebenfalls ein Büro. Zum Leidwesen meiner Sekretärin, die auch dort arbeitet, bin ich viel zu wenig in Dortmund. Vermutlich Ende Juli werden wir noch einmal umziehen, wenn die neuen Büros im sogenannten Telekom-Tower in Dortmund fertig sind. Das Hochhaus ist der Hauptsitz der GmbH - und wird hoffentlich irgendwann Westnetz-Tower genannt.
Weil ich so viel unterwegs bin, ist der Laptop mein wichtigstes Arbeitsgerät. Wobei ich immer noch viel mit Papier arbeite. Alles, was wichtig ist, drucke ich aus - das Lesen ist dann angenehmer als am Bildschirm. Auch bei Gesprächen hole ich lieber die Papierunterlagen aus der Tasche als den Laptop. Da bin ich ein bisschen altmodisch. Mein Terminkalender ist allerdings komplett digital, das geht heute nicht mehr anders.
Wenn ich in Dortmund oder in Trier bin, gehe ich fürs Frühstück und zum Mittagessen oft in die Kantine. Und ich trinke viel Kaffee - deswegen wird im Trierer Büro auch noch ein Kaffeeautomat aufgestellt. Außerdem möchte ich hier gern eine große Videoleinwand installieren, um Webkonferenzen führen zu können. Mir ist es wichtig, dass alle nicht so viele Kilometer auf der Straße verbringen müssen, sondern man sich sozusagen virtuell über das Internet treffen kann. Allein die Hin- und Rückfahrt von Trier nach Dortmund sind jedes Mal 560 Kilometer.
Außerdem werde ich noch einige Bilder an die Wände hängen. Ein Fotograf der RWE hat alle Standorte des Konzerns aufgenommen. Die Bilder werden so bearbeitet, dass sie wie Gemälde aussehen. Die möchte ich dann auf Leinwand ziehen und in Dortmund Aufnahmen von Trier beziehungsweise hier in Trier Bilder des Gebäudes in Dortmund aufhängen. Die Fotos mit den Mitgliedern der früheren Betriebsratsgremien werden ebenfalls wieder aufgehängt. Und auf meinen Schreibtisch kommen die drei Miniatur-Trabbis. Die sind aus Zwickau, wo ich einmal für ein paar Wochen gearbeitet habe.
Auch Grünes habe ich gern um mich - zwei Topfpflanzen stehen schon hier, eine davon haben mir die Betriebsräte zum Abschied geschenkt. Der große Vorteil: Sie muss nur einmal im Monat gegossen werden. Aufgezeichnet von Ariane Arndt
Extra

Heinz Büchel, geboren 1956 in Trier, ist seit fast 40 Jahren bei der RWE beschäftigt. 1975 begann er bei dem Energiekonzern seine Ausbildung zum Industriekaufmann und arbeitete danach als Sachbearbeiter im Personalbereich und in der Energieabrechnung. Ab 1997 war Büchel freigestellter Betriebsrat und Schwerbehindertenvertreter des Gesamtkonzerns (bis 2003) sowie Betriebsratsvorsitzender am Standort Trier und ab 2003 Gesamtbetriebsratsvorsitzender der RWE Rhein-Ruhr AG (später RWE Deutschland AG). Ab 2006 saß er zudem im Aufsichtsrat der RWE AG. Diese Ämter übt er heute nicht mehr aus, da er seit Januar Personalgeschäftsführer des neuen Verteilnetzbetreibers Westnetz ist. Die Tochtergesellschaft der RWE betreut das Verteilnetz des Energiekonzerns für Strom und Gas vom Emsland bis in den Hunsrück. arn