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Ein Bit für den Sprudel-Chef

Ein Bit für den Sprudel-Chef

Zeitig vor dem großen Jubiläum bei der Bitburger Braugruppe gibt es in der Chefetage kräftiges Stühlerücken. Eine der Top-Personalien ist geklärt: Gerolsteiner-Boss Axel Dahm (54) folgt Werner Wolf (59) als Sprecher der Geschäftsführung.

Bitburg/Gerolstein. Im kommenden Jahr begeht die Bitburger Brauerei ihr großes Jubiläum. Dann feiert die Brauerei aus der Eifel ihren 200. Geburtstag, und nach den jüngsten Personalentscheidungen kann man sich nun in Bitburg voll auf das große Fest konzentrieren.
Lösung nach drei Monaten


Denn drei Monate, nachdem Werner Wolf als Sprecher der Geschäftsführung den persönlichen Wunsch geäußert hatte, das Unternehmen mit Vollendung seines 60. Geburtstags zu verlassen, steht nun sein Nachfolger fest. In der Eifel und in der Braugruppe ist der neue Mann ein alter Bekannter. Axel Dahm (54) rückt in die Spitzenposition bei der Braugruppe auf. Seit 2008 war er beim Gerolsteiner Brunnen für die Bereiche Strategie, Marketing und Vertrieb verantwortlich. Der Gerolsteiner Brunnen gehört zu 51 Prozent der Bitburger Holding, zu der auch die Bitburger Braugruppe mit den Biermarken Bitburger, König, Licher, Köstritzer, Wernesgrüner, Königsbacher und Nette gehört.
Der neue Mann wird mit mehr Aufgaben und Verantwortung betraut als sein Vorgänger. Dahm ist in der Braugruppe zukünftig neben Marketing und Vertrieb auch noch für den Bereich Strategie zuständig. Bei dem Familienunternehmen ist man sich sicher, den richtigen Mann gefunden zu haben.
"Wir freuen uns, dass wir mit Axel Dahm einen erfahrenen Markenexperten für diese herausragende Aufgabe gewinnen konnten", sagt Klaus Adam, Vorsitzender der Aufsichtsgremien der Bitburger Gruppe. "Er bringt auf Grund seines erfolgreichen Wirkens in Gerolstein beste Voraussetzungen für seine neue Betätigung in Bitburg mit."
Als Axel Dahm vor acht Jahren bei Gerolsteiner die Geschäfte übernahm, hat er dort die Strategie verändert. Er verließ das unruhige Radsport-Sponsoring, setzte konsequent auf die Kernmarke und schob die Produktqualität in der Vordergrund. Auch mit seiner klaren Mehrwegphilosophie (unter anderem mit der Glasflasche) hat das Unternehmen gepunktet und seine Spitzenposition ausgebaut.
Axel Dahm freut sich auf seine neue Aufgabe, wie er dem TV im Gespräch sagte. "Wenn man im Ausland fragt, was Deutschland ausmacht, werden einmal Autos und dann das Bier genannt", skizziert er die besondere Bedeutung des Produkts. Dabei sieht er zwischen Mineralwasser- und Biermarkt einige Parallelen: "Beide Märkte sind sehr wettbewerbsintensiv, und Marken haben eine herausragenden Stellung."
Weitere Änderungen


Der Wechsel von Wolf zu Dahm ist nicht die einzige Personalveränderung in der Eifeler Braugruppe: Zeitgleich mit Dahm wird Stephan Fahrig (50) als Nachfolger des langjährigen Finanzgeschäftsführers Alfred Müller (63) seinen Dienst antreten. Müller selbst scheidet aus Altersgründen im Sommer 2017 aus der Geschäftsführung der Braugruppe und der Holding aus. Daneben gehört der Geschäftsführung in Bitburg weiterhin Jan Niewodniczanski (51), zuständig für Technik und Umwelt, an. Matthäus Niewodniczanski (53) wird mit dem Eintritt von Axel Dahm und Stephan Fahrig aus der Geschäftsführung der Bitburger Braugruppe ausscheiden und sich wieder auf seine Aufgaben in der Bitburger Holding konzentrieren.
Beim Gerolsteiner Brunnen soll die Chef-Nachfolge bis Ende des Jahres geklärt sein. Axel Dahm bleibt nach seinem Wechsel noch bis zum 30. November in Doppelfunktion Geschäftsführer des Gerolsteiner Brunnen.Extra

Als erfolgreicher Geschäftsführer hat sich Axel Dahm in den vergangenen acht Jahren beim Gerolsteiner Brunnen einen Namen gemacht. Doch der 54-Jährige hat auch bei seinen vorherigen Stationen seine Duftmarken hinterlassen. Unter anderem hat der Mineralwassermanager mehrere Kinderbücher (unter anderem Schokobär und Marzihäschen) geschrieben, die sicher nicht nur bei seinen fünf Kindern viel Gegenliebe gefunden haben. Einen ersten Namen in der Industrie machte sich der Psychologe als Marketingspezialist beim Hamburger Zigarettenhersteller Reemtsma. Von dort wechselte er die Branche und wurde Vorstands-Chef bei Berentzen. Zu den Marken der Spirituosen-Gruppe gehören unter anderen Wodka Puschkin, Doornkart und Berentzen Apfel. Vom Schnaps ging er dann zum Sprudel. hwExtra

Der Gerolsteiner Brunnen ist nach Unternehmensangaben die meist verkaufte Mineralwassermarke in Deutschland. Der Brunnen beschäftigt knapp 800 Mitarbeiter und hat 2015 seinen Gesamt-Nettowarenumsatz auf 255,4 Millionen Euro (+8,5 Prozent) gesteigert. Der Gesamtabsatz stieg um 6,1 Prozent auf knapp sieben Millionen Hektoliter. hwExtra

Die Bitburger Braugruppe erzielte 2015 einen Gesamtabsatz von 7,1 Millionen Hektolitern. Ein Jahr zuvor waren es noch 7,2 Millionen. Die Hauptmarke Bitburger steuerte 3,8 Millionen Hektoliter zum Ergebnis bei (2014/3,9 Mio. hl). Der Umsatz des Familienunternehmens lag bei 784,8 Millionen Euro (787,7 Mio.) Das Unternehmen beschäftigt rund 1700 Mitarbeiter. hw