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Eine Frage des Blickwinkels

Eine Frage des Blickwinkels

Der renommierte Trendforscher Matthias Horx hat mit seiner "Zeitreise" die rund 500 Gäste in der Europahalle Trier auf Optimismus eingestimmt. "Das Wetter ist furchtbar, die Börsen fallen, was für ein schöner Abend, um über Zukunft zu reden", begrüßte Horx seine Zuhörer.

Trier. (hw) Die gemeinsame Veranstaltungsreihe "Erfolg" von TV, Wirtschaftsmagazin Macher, Unternehmen Erfolg und dem Penta Hotel Trier hat schon eine ganze Anzahl von Experten an die Mosel gebracht. Gedächtnis- und Motivationstrainer, Berater und vor allem Erfolgs-Referenten. Matthias Horx fällt etwas aus dieser Reihe heraus. Der Trendforscher will Menschen die Angst vor der Zukunft nehmen. Gerade die Deutschen seien als Pessimisten bekannt. Wie sehr dabei Wirklichkeit und Wahrnehmung von einander abweichen können, zeigt Horx an Beispielen. Die Zahl der Morde in Deutschland sei von 1993 (666) bis 2006 (375) um 40 Prozent zurückgegangen. Ein Umfrage zeige aber, dass die Menschen schätzen, die Zahl sei um 27 Prozent gestiegen. Klimawandel, Erderwärmung, Globalisierung, Demografie oder Energiekrise - Horx rät bei allen "Zukunftsfragen" dazu, einen zweiten Blick auf die Fakten zu werfen. "Es gab noch nie eine Zeit, in der so viele Menschen auf der Welt die Chance auf eine friedliche, gesunde, demokratische Zukunft hatten wie heute." Entscheidend sei dabei, dass man aus den Erkenntnissen die richtigen Schlüsse ziehe. Politisch "falsche Hysterien", wie etwa bei den Mayas, würden in Katastrophen enden. In ähnlichen Kategorien sieht Horx auch Oskar Lafontaine, der in seinen Reden "den Quark des 19. Jahrhunderts" aufwärme. Horx aber plädiert für einen illusionslosen Optimismus, der ohne Angst eher das Glas halb voll sieht als halb leer. Die Krisen der Vergangenheit hätten auch immer wieder die Gesellschaft zu neuen "Höhenflügen" animiert.

So habe etwa die sogenannte Tulpenblase im Jahr 1637 zu einer neuen Pflanzenzucht-Kultur in den Niederlanden geführt, die Eisenbahnblase im 19. Jahrhundert habe dazu geführt, das Reisen für viele Menschen möglich werde, die Weltwirtschaftskrise (1921 bis 1929) habe ein neues Finanzsystem hervorgebracht, und die Internetblase habe zumindest für viele Menschen zum bezahlbaren High-Speed-Internetzugang geführt. Horx ist so mutig, auch der Immobilienkrise in den USA etwas Positives abzuringen. "Wir werden in den Staaten bald sehr viele gute, bezahlbare Wohnungen und Büroflächen haben."

In der heutigen Situation sei es wichtig, weiter in die Bildung aller Gesellschaftsgruppen zu investieren. Für den Trendforscher Matthias Horx ist mit Blick in die Vergangenheit klar: Die Zukunft wird besser.