Eine Plattform für alles

Eine Plattform für alles

Mit einer neuen Internetplattform will ein kleines Unternehmen aus Bitburg-Matzen einen weltweiten Service für Transporte, Waren und Dienstleistungen auf dem Markt etablieren. Der Weg ins Netz war für die Beteiligten nicht einfach. Doch nach fast drei Jahren Planung und Entwicklungsarbeit ist Spaki.com seit einigen Wochen online.

Bitburg. Von außen wirkt der Firmensitz sehr unscheinbar. Ein recht unauffälliges Gebäude, das vor einigen Jahren errichtet wurde. Im Stadtteil Bitburg-Matzen. Dass ausgerechnet dort ein weltweites Netzwerk seinen Ursprung hat, sieht man dem Haus wirklich nicht an. Wobei dieses Netzwerk ja auch erst am Anfang steht und derzeit überwiegend Richtung Ost- und Südeuropa ausgebreitet wird.
Nach mehr als dreijähriger Vorarbeit ist vor wenigen Monaten die Plattform Sparki.com ans Netz gegangen. Dahinter steht die Geschäftsführerin Anna Maria Jablonska, die dabei von ihrem Lebenspartner Stanislaw Szpakowski und dem Mitarbeiter Bartos Klimek unterstützt wird. Sparki.com versteht sich als weltweite Internetbörse, auf der sowohl Fahrzeuge und Beschäftigungen als auch Transporte angeboten werden.
Derzeit Geduld gefragt


"Viele Lastwagen fahren mit einer Fracht von A nach B, kommen aber dann wieder leer von B nach A zurück", beschreibt Bartos Klimek das Problem, das mit Hilfe der neuen Plattform gelöst werden soll. Dort können Speditionen freie Ladekapazitäten angeben und umgekehrt auch Transportanfragen veröffentlichen.
Wer also beispielsweise zehn Fässer hat, die von Lübeck nach Sevilla müssen, kann versuchen, über Sparki.com einen Transporteur zu finden. Derzeit benötigt der Suchende dafür aber unter Umständen noch etwas Geduld. Denn die Plattform ist noch recht jung, weitgehend unbekannt und das Angebot der Transportbörse deshalb sehr überschaubar.
Doch Klimek ist zuversichtlich: "Wir sind überzeugt davon, dass wir ein gutes Produkt auf den Markt gebracht haben", sagt er. "Und das unter extrem schweren Vor aussetzungen."
Schwer seien die Voraussetzungen deshalb gewesen, weil weder die zuständigen Behörden noch eine Bank das Vorhaben in irgendeiner Art unterstützt hätten, ärgert sich Stanislaw Szpakowski, der genau wie die beiden anderen aus Polen stammt und vermutet, dass die mangelnde Unterstützung durchaus etwas mit der Herkunft zu tun haben könnte. "Wir haben uns während der ganzen Entwicklungszeit ziemlich im Stich gelassen gefühlt", sagt Szpakowski.
An Praxis orientiert


Vieles, was in der Börse angeboten wird, stammt aus Polen, wo das Angebot schon vergleichsweise stark genutzt wird. Es sind aber auch Kunden aus Frankreich, Italien und Deutschland dabei. Um den Kreis der Interessenten zu erweitern, sind sämtliche Seiten nicht nur in Deutsch und Polnisch abrufbar, sondern auch in Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch. "Und in den nächsten Wochen kommen noch Türkisch und Italienisch dazu", erklärt Klimek.
Natürlich ist weder die Idee der Frachtenbörse noch die des Onlinemarkts wirklich neu. Dennoch glauben Spzakowski und Klimek an den Erfolg ihres Projekts. Zum einen, weil die Plattform mehrere Angebote, die fast alle kostenlos sind, unter einem Dach vereint. Zum anderen, weil beide in der Handelsbranche schon viele Jahre tätig sind. "Wir haben im Vorfeld viel mit Kollegen darüber gesprochen, um herauszufinden, welche Bedienelemente benötigt werden und welche eher stören", sagt Klimek.
Zudem sei viel Wert auf Übersichtlichkeit gelegt worden. Die ist auch notwendig, denn im Grunde kann laut Klimek so ziemlich alles angeboten und gesucht werden. Egal, ob Lastwagenersatzteil, Versicherung oder Beschäftigungsverhältnis. "Oder beispielsweise ein Fachanwalt für Familienrecht, der auch Serbisch spricht."