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Elternabend mit Ministerpräsidentin: "Wichtig ist zu spüren, das ist mein Ding"

Elternabend mit Ministerpräsidentin: "Wichtig ist zu spüren, das ist mein Ding"

Unter dem Motto "Nach vorne führen viele Wege" hatten die vier Berufsbildenden Schulen (BBS) in Trier zu ihrem Elternabend mit prominentem Gast in die Promotionsaula des Bischöflichen Priesterseminars eingeladen. Dabei gaben Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ehemalige BBS-Absolventen jungen Leuten Tipps.

Trier. Ursprünglich wollte Malu Dreyer Ärztin werden. Mit den Voraussetzungen, großes Latinum und Einser-Abi in der Tasche, entschied sie sich dann doch zum Lehramtsstudium. Und wegen der damaligen Lehrerschwemme zog die heutige Ministerpräsidentin nach zwei Semestern die Reißleine und studierte Jura. Diesen Ausschnitt ihres beruflichen Lebenslaufs zeichnete sie den rund 70 aufmerksamen Zuhörern in der Promotionsaula. "Manchmal gehören kleine Kurven zum Weg", sagte Dreyer. "Wichtig ist zu spüren, das ist mein Ding." Wer feststelle, dass es nicht so ganz das Richtige ist, solle sich beraten lassen. "Was möchte ich machen? Was ist meine Leidenschaft? Und dann suchen, was geht, es geht viel", riet die Ministerpräsidentin jungen Leuten. Denn das hiesige Bildungssystem sei heute sehr offen.
Wie offen, dass wurde durch die Schilderungen von vier Absolventen der Berufsbildenden Schulen besonders deutlich: Josef Peter Mertes, ehemaliger Regierungspräsident, Hubertus Hillinger, Architekt mit Tischlerlehre, Andreas Müller, Lehrer und Verwaltungsfachangestellter, Andreas Baltes, Ingenieur mit Industriemechaniker-Ausbildung, berichteten von ihren Schul- und Berufserfahrungen. Allesamt haben sie auf eine Berufsausbildung schulisch aufgesattelt, sich neue Ziele gesteckt - und erreicht.
"Jeder Entwicklungsbaustein, der im Laufe des Lebens hinzukommt, hat dabei seine eigene Bedeutung", sagte Mertes. Kein Umweg sei umsonst. Voraussetzung, um zum persönlichen Erfolg durchzustarten, ist, dass man weiß, was im Rahmen der dualen Ausbildung möglich ist. Dass man etwa weiß, dass es die Möglichkeit gibt, das Abitur im Anschluss an eine duale Ausbildung an der BBS zu machen.
Dieses Wissen ist bei Schülern und Eltern laut Michael Müller, Schulleiter der BBS Gewerbe und Technik, nicht immer vorhanden. Ein von ihm viel gehörter Satz ist: "Wenn ich das früher gewusst hätte." Auch die von Monika Leinen moderierte Fragerunde mit Malu Dreyer, Marcus Kleefisch, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer Trier, Karin Praus, Ausbildungsbegleiterin der Handwerkskammer Trier, mit Olaf Fackler, stellvertretender Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, sowie Edeltraud Nikodemus, Geschäftsführerin in der Agentur für Arbeit, gab wichtige Impulse auf dem Weg ins Berufsleben. Tagsüber hatten sich rund 400 Schüler aus 14 Schulen am Infotag der vier BBS über die vielfältigen Angebote und damit Wege für jeden Einzelnen informiert. Fazit: Nach vorne führen viele Wege.