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Energiefressern auf der Spur

Energiefressern auf der Spur

TRIER. Gute Nachricht für Hauseigentümer, die kostenbewusst Energie sparen wollen: Die Handwerkskammer Trier und das Land Rheinland-Pfalz haben ein Paket geschnürt, das Zuschüsse, günstige Zinsen und eine kostenlose Energiespar-Beratung umfasst.

Ein Betreuungspaket für Renovierer und Sanierer, die Energie sparen wollen, hat das Kompetenzzentrum der Handwerkskammer (Hwk) Trier gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium sowie den Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken der Region zusammengestellt. "Die Politik setzt den Impuls und die Kammern verstärken dies; das nenne ich effiziente Wirtschaftspolitik", sagte Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage bei der Vorstellung der "Energiespar-Offensive 2005/2006" in der Hwk-Akademie. Zuschüsse zwischen 1000 und 4000 Euro

Ausgehend von der Expertenmeinung, dass bis zu zehn Prozent des Energieverbrauchs im Land durch eine Sanierung von Gebäuden und Heizungsanlagen eingespart werden könnten, habe man sich zu dem zunächst auf ein Jahr begrenzten Pilotprojekt für die energetische Sanierung von Wohngebäuden entschlossen, sagte der Minister. Zuschüsse zwischen 1000 und 4000 Euro erhalten Eigentümer, deren Häuser bis einschließlich 1978 gebaut wurden, wenn sie eine Energie-Einsparung von mindestens 30 Prozent erreichen. Darüber hinaus werden Zuschüsse von bis zu 50 000 Euro für Energie-Sanierungen an öffentlichen Gebäuden gewährt, die sich in von der EU ausgewiesenen Fördergebieten des Landes befinden. Außerdem gibt es einen Zuschuss von 150 Euro für die Arbeit von Energieberatern. Laut Bauckhage sollen durch diese Energiespar-Aktion 1000 Wohneinheiten saniert werden bei einem Gesamtinvestitionen von bis zu zehn Millionen Euro. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Energiekosten die privaten und öffentlichen Haushalte stark schröpfen, sollte man den Alt-Immobilien als "Energiefressern" zu Leibe rücken, sagte HwK-Hauptgeschäftsführer Hans-Hermann Kocks. Der historische Tiefststand bei Immobilien- und Baupreisen, aber auch ein einmalig günstiges Angebot an öffentlichen Finanzierungshilfen sowie günstige Kreditzinsen schafften eine einmalige Gelegenheit, anstehende Renovierungen jetzt anzugehen und mit durchdachten Energiesparmaßnahmen zu koppeln. Bestandteile der Energiespar-Offensive sind das oben erwähnte Altbau-Förderprogramm des Landes, Kredite der mittelständischen Banken, der Einbezug von Energieberatern und ein Beratungsangebot des Kompetenzzentrums für nachhaltiges Renovieren und Sanieren (Komzet) der Hwk. Die Vorstände der beteiligten Banken, Dieter Mühlenhoff (Sparkasse Trier) und Karl A. Heinz (Volksbank Trier) garantieren eine "unbürokratische Abwicklung und optimale Finanzierung". Den Grund, warum viele Hauseigentümer mit dem Renovieren zögern, sieht Theo Bohr, Leiter des Hwk-Umweltzentrums, in der unsicheren großpolitischen Wetterlage und der Komplexität des Themas. Es gelte, den Bauherrn schnell, kostengünstig und umfangreich zu betreuen. Die Handwerkskammer gebe Tipps zur optimalen Auswahl und Umsetzung von Energiesparmaßnahmen. 2000 bis 3000 Anfragen werden laut Bohr erwartet. Es sei eigens ein Call-Center eingerichtet worden, um die Anfragen vorzustrukturieren und gezielt weiterzuleiten. Im Rahmen von Thementagen würden Hersteller und Handwerksbetriebe über die neuesten Techniken und Materialien informiert. Nach Auskunft von Theo Bohr werden auch Kontakte zu Gutachtern, Fachbetrieben und Gebäudediagnostikern vermittelt. Ausführlich vorgestellt wird die Energiespar-Offensive auch bei dem Info-Tag am Samstag, 12. November, von 10 bis 18 Uhr im Hwk-Umweltzentrum in Trier. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.energiesparen-trier.de.