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Erntebericht des Bauern und Winzerverbandes Rheinland-Nassau

Landwirtschaft : Trockenheit macht der Landwirtschaft zu schaffen

(red) Mit dem dritten Trockenjahr in Folge haben vor allem Rinder haltende Betriebe große Probleme. „Im gesamten Frühjahr lag die Niederschlagsmenge um 41 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

Nur der Niederschlagsverteilung ist es zu verdanken, dass es bei Getreide und bei Raps keine Missernten gab. Die auf Futter angewiesenen Betriebe benötigen aber mehrere Grünschnitte, die teilweise katastrophal ausfielen“, machte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, während der Erntepressekonferenz in der Raiffeisen Waren-Zentrale in Kaifenheim deutlich. Dabei sei die Regenverteilung regional sehr unterschiedlich ausgefallen, sodass vor allem der Westen von Rheinland-Pfalz in besonderer Weise unter der Trockenheit leide. Das „Hauptsorgenkind“ der Ernte 2020 sei der schlechte Grünschnitt für die Rinder haltenden Betriebe.

Die anwesenden politischen Vertreter des EU-Parlaments, des Bundes- und des Landtages bat Horper, sich den landwirtschaftlichen Problemen anzunehmen.

„Die Getreideernte ist noch nicht abgeschlossen“, fuhr Horper fort. „Es wird aber insgesamt eine etwas unterdurchschnittliche Ernte erwartet.“ Stark kritisierte Horper die Preise, die über alle Getreidearten hinweg niedrig seien. Vor allem Braugerste sei preislich gegenüber dem Vorjahr deutlich abgefallen. Dies liege auch an der Corona-Krise, die aufgrund der restriktiven Auflagen im Gastronomiebereich, zu einem deutlichen Nachfragerückgang bei Bier und Malz geführt habe. Auch Raps bewege sich mit durchschnittlich 3,3 Tonnen je Hektar um zehn Prozent unterhalb des letztjährigen Ertragsniveaus. Lediglich die Ölgehalte stellten die Landwirte mit teilweise deutlich über 40 Prozent zufrieden. Die Preise seien relativ stabil, aber nicht zufriedenstellend.

Bauernpräsident Michael Horper machte gegenüber den Teilnehmern des Erntegesprächs deutlich, dass insbesondere die Ackerbauern über die Ernte letztlich ihr Jahreseinkommen generieren. Dies sehe auch 2020 wieder nicht rosig aus.