Erste Warnstreiks in der Region - In der Metallbranche geht es um mehr Geld, Altersteilzeitansprüche und Bildungsangebote

Erste Warnstreiks in der Region - In der Metallbranche geht es um mehr Geld, Altersteilzeitansprüche und Bildungsangebote

Die Streikwelle in der Metallbranche hat auch die Region Trier erreicht. An einem ersten Warnstreik in Konz beteiligten sich gestern Morgen rund 400 Beschäftigte des Baumaschinenherstellers Volvo und von Vossloh Laeis.

Die IG Metall gibt sich im Tarifkonflikt mit den Arbeitgebern kämpferisch. Gestern stiegen die Gewerkschaftler in der Region Trier mit einem ersten Warnstreik in den Arbeitskampf ein. Rund 400 Mitarbeiter der Volvo Construction Equipment Germany GmbH in Konz und des Trierer Weichenherstellers Vossloh Laeis legten für eine Stunde die Arbeit nieder. Bei der Kundgebung stellte der IG-Metall-Chef in der Region, Roland Wölfl, die Standpunkte der Gewerkschaft heraus: "Für unsere Forderungen nach einer kräftigen Lohnerhöhung, einer tariflichen Bildungsteilzeit sowie einer verbesserten Altersteilzeit haben wir die Unterstützung der Beschäftigten", zeigte sich Wölfl mit dem Auftakt zufrieden. Die IG Metall werden nicht zulassen, "dass aus einem Rechtsanspruch auf Altersteilzeit eine Abschieberampe für gesundheitlich Angeschlagene Beschäftigte wird" und die Arbeitgeber auch in der Zukunft alleine darüber bestimmen wer sich weiterbilden und qualifizieren dürfe. "Weiterhin muss den Arbeitgebern klar sein, dass sich die IG Metall und ihre Mitglieder bei der hervorragenden Gewinnsituation der Branche, nicht mit Kleingeld abspeisen lassen," sagt Wölfl. Die Gewerkschaft hat für die kommenden Tage weitere Warnstreiks angekündigt (siehe Extra).

Die Arbeitgeberseite hat dem Tarifpartner in der vergangenen Woche ein erstes Angebot vorgelegt. Es sieht eine Erhöhung der Entgelte um 2,2 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten vor. Bei der Altersteilzeit seien die Arbeitgeber bereit, den Tarifvertrag zum flexiblen Übergang zu modifizieren. Für besonders belastete Arbeitnehmer sollen Wege eröffnet werden, frühzeitig aus dem Arbeitsleben auszuscheiden, deshalb sollen die Ansprüche auf diesen Personenkreis beschränkt werden. Maximal zwei Prozent einer Belegschaft können demnach eine solche Altersteilzeit in Anspruch nehmen. Die von der IG Metall geforderte Bildungsteilzeit für persönliche Weiterbildung lehnen die Arbeitgeber nach wie vor ab. Gerhard Eder, Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbandes vem.die arbeitgeber betonte, dass die Arbeitgeber bereits alles täten, um bedarfsgerechte betriebliche Weiterbildung zu ermöglichen.

Daran habe man mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ein "originäres Interesse". Weitergehende tarifvertragliche Regelungen seien hierfür nicht erforderlich. Gerhard Eder: "Wir haben ein faires Angebot für alle gemacht. Jetzt ist die IG Metall am Zug." Der nächste Verhandlungstermin für Metall +Elektroindustrie Mitte (Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland) wurde für den 11. Februar vereinbart.Extra: Streikplan der IG Metall

Weitere Warnstreiks:
Dienstag, 3. Februar, Schaeffler Friction Products GmbH in Morbach und Stihl in Weins-heim.
Mittwoch, 4. Februar, ThyssenKrupp Bilstein, Mandern.
Donnerstag, 5. Februar, Ideal Standard, Wittlich.
Montag, 9. Februar, Dura Automotive Systems GmbH, Daun und GKN Driveline, Trier.
Dienstag, 10. Februar, Ergocast Guss, Jünkerath. hw