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Erwerbslose und Alleinerziehende besonders von Armut betroffen

Erwerbslose und Alleinerziehende besonders von Armut betroffen

Wem weniger als 917 Euro Haushaltseinkommen zur Verfügung stehen, der gilt laut Statistik als von Armut bedroht. In Rheinland-Pfalz ist dies immerhin jeder Siebte. Die Region Trier steht im Land allerdings am besten da.

Bad Ems/Trier. Im vergangenen Jahr waren 15,5 Prozent der rheinland-pfälzischen Bevölkerung, also gut jeder siebte Einwohner, von relativer Einkommensarmut bedroht. Laut dem Statistischen Landesamt in Bad Ems lag die Armutsgefährdungsquote für Rheinland-Pfalz damit auf dem Niveau des vorangegangenen Jahres. Im Bundesdurchschnitt ergab sich eine Quote von 15,4 Prozent, wobei die höchsten Werte Bremen mit 24,1 Prozent sowie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit jeweils 21,3 Prozent aufwiesen. Die niedrigsten Armutsgefährdungsquoten waren in Baden-Württemberg und Bayern mit 11,4 und 11,5 Prozent zu verzeichnen.
Laut den Berechnungen liegt das Haushaltseinkommen, ab dem die Bewohner von Armut bedroht sind, bei 917 Euro je Erwachsener. Für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren errechnet sich eine Armutsgefährdungsschwelle in Höhe von 1926 Euro.
In erhöhtem Maß von einer relativen Einkommensarmut bedroht waren unter 18-Jährige (19,9 Prozent) sowie die 18- bis unter 25-Jährigen (22,9 Prozent), die vielfach noch in der Ausbildung sind. Auch für die Gruppe der 65-Jährigen und Älteren lag die Armutsgefährdungsquote mit 18,1 Prozent über dem Durchschnitt der Bevölkerung.
In besonderem Maß armutsgefährdet waren Alleinerziehende und deren Kinder unter 18 Jahren, die eine Armutsgefährdungsquote von 47,8 Prozent aufwiesen. Die Armutsrisikoquote einer Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern lag dagegen bei nur 9,7 Prozent. Auch der Anteil Geringqualifizierter ab 25 Jahren lag mit 29,7 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die Quote der Personen mit mittlerer Qualifikation (11,7 Prozent) und fast sechsmal so hoch wie die der Hochqualifizierten (5,3 Prozent). Zudem ist die Armutsgefährdungsquote der Geringqualifizierten in den vergangenen Jahren merklich gestiegen (plus 5,3 Prozentpunkte gegenüber 2005). Unter allen betrachteten Bevölkerungsgruppen waren Erwerbslose am stärksten von Armut bedroht. Die Quote lag im Jahr 2014 bei 52,4 Prozent.
Unter den rheinland-pfälzischen Regionen wies die Region Trier im Jahr 2014 das geringste Armutsrisiko auf. Dort waren 13,3 Prozent der Bevölkerung von einer relativen Einkommensarmut bedroht, in der Westpfalz sowie in Rheinhessen-Nahe dagegen je 16,6 Prozent. red