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Ex-ctt-Chef Doerfert will seine Schulden loswerden

Ex-ctt-Chef Doerfert will seine Schulden loswerden

Der derzeit wegen Betrugsvorwürfen vor Gericht stehende Trie rer Gesundheitsmanager Hans-Joachim Doerfert ist zahlungsunfähig. Laut Amtsgericht hat der 67-Jährige einen Insolvenzantrag gestellt.

Trier. Lange Zeit war es ruhig um den ehemaligen Chef des inzwischen in Cusanus Trägergesellschaft Trier umbenannten Gesundheitskonzerns ctt. Nun macht Hans-Joachim Doerfert wieder Schlagzeilen. Seit gut zwei Wochen muss sich der studierte Jurist vor dem Trierer Amtsgericht wegen möglicher Unterschlagung, Betrugs und Insolvenzverschleppung verantworten. Ein weiterer Prozess, in dem die Koblenzer Staatsanwaltschaft Doerfert ebenfalls Insolvenzverschleppung vorwirft, steht dem 67-Jährigen noch bevor.
Gestern wurde bekannt, dass das Trierer Amtsgericht über das Vermögen von Hans-Joachim Doerfert ein Insolvenzverfahren eröffnet hat. Mit anderen Worten: Der ehemalige ctt-Chef, Ex-Eintracht-Präsident und Ex-CDU-Schatzmeister ist pleite. Dabei gibt es offenbar noch etliche Gläubiger, die von Doerfert Geld haben wollen. So viel, "dass das in diesem Leben nichts mehr wird", wie der 67-Jährige selbst unlängst sagte.
Als ihn der Vorsitzende Richter Helmut Reusch im derzeit laufenden Prozess nach seinen Schulden fragte, konnte sich Doer fert ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Jede Menge", lautete seine Antwort unter Verweis auf eine millionenschwere Forderung des Trierer Finanzamts. Aber auch die ctt wolle noch Geld von ihm. "Das Verfahren läuft seit 2006", sagt Doerfert, "und es läuft wohl noch bis ins Jahr 4000."
Etwas früher, in sechs Jahren, könnte Hans-Joachim Doerfert nach Eröffnung des Verbraucher-Insolvenzverfahrens von seiner Schuldenlast befreit werden. Ausgenommen von der sogenannten Restschuldbefreiung sind allerdings beispielsweise Geldstrafen oder Geldbußen.
Der einst wohlhabende Trierer Gesundheitsmanager lebt von einer Rente unterhalb der Pfändungsfreigrenze in einer Trierer Mietwohnung. "Man kann davon leben, wenn man sich bescheidet", antwortete Doerfert auf eine entsprechende Frage des Vorsitzenden Richters. Der musste dem Angeklagten sogar einen Pflichtverteidiger beiordnen, weil Doerfert aus eigener Tasche keinen Rechtsanwalt mehr bezahlen kann. sey