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Fachleute bewerten 340 Weine: Regionaler Qualitätswettbewerb des Moselwein e.V.

Wein : Apotheke, Würzgarten und Himmelreich überzeugen

(red) Trittenheimer Apotheke, Graacher Himmerlreich, Ürziger Würzgarten und Kröver Steffensberg: Diese lautmalerischen Namen von Weinlagen entlang der Mosel haben es einer mit Weinfachleuten aus ganz Deutschland besetzten Jury jüngst angetan, als sie Spitzenweine des Jahrgangs 2020 im Weinwettbewerb der Jahresauswahlprobe des Anbaugebietes bewertet hat.

Trockene und süße Rieslingweine der oberen Qualitätsstufen aus dem Jahr 2020 sowie Rotweine der Jahrgänge 2018 bis 2020 standen dabei im Mittelpunkt. Und auffallend ist, dass Siegerweine in mehreren Kategorien aus den genannten Lagen die Jury besonders begeistert haben.

Insgesamt rund 340 Weine wurden an zwei Tagen in der Orangerie im Nells Park Hotel in Trier probiert und bewertet. Erzeuger aus dem gesamten Weinanbaugebiet von Palzem bis Winningen hatten Produkte in sieben Kategorien zu dem Test eingereicht.

Die Bewertung erfolgte in zwei Stufen. Die besten Weine der jeweiligen Prüfkommissionen wurden dann in einer finalen Bewertungsrunde nochmals getestet und bewertet. Beide Bewertungsrunden fanden verdeckt statt. In der Jury waren etwa der renommierte Weinjournalist Rudolf Knoll aus Bayern, der Weinblogger Uwe Köster aus Leipzig sowie die Sommeliers Daniel Linden vom International Wine Institute in Bad Neuenahr, Steven McAulay aus Blankenheim, Rienne Bilz aus Zell und Markus Reis aus Zeltingen.

 Sieger in der Kategorie der trockenen Spitzenweine „Riesling Großes Gewächs und vergleichbar“ ist das Weingut Claes Schmitt Erben in Trittenheim. Niko Schmitt überzeugte die Jury mit seinem 2020 Riesling „Jungheld“ aus der Steillage Trittenheimer Apotheke. Der zweite Platz ging an Matthias Lay in Pünderich für den 2020er Riesling „Raffes“ aus der Lage Pündericher Marienburg. Jungwinzer Carlo Schmitt aus Leiwen erreichte mit dem 2020er Rosengärtchen Riesling trocken Platz 3.

 Auch bei den trockenen Spätlesen des Jahrgangs 2020 siegte ein Wein aus der Trittenheimer Apotheke. Das Leiwener Weingut Blees-Ferber erhielt für seine Spätlese Alte Reben trocken die höchste Bewertung. Die Plätze 2 und 3 der Kategorie gehen nach Kröv an Weine aus der Lage Letterlay: Das Weingut Gerhard Trossen platzierte sich mit seiner trockenen Spätlese knapp vor Jungwinzer Markus Junglen. Dieser holte sich dann aber in der Kategorie „Riesling Spätlese feinherb“ den Sieg mit seiner 2020er Kröver Steffensberg Riesling Spätlese feinherb. Platz 2 bei den feinherben Weinen erreichte das Weingut Reh in Schleich mit der Spätlese Alten Reben. Jungwinzer Oliver Dax aus Ernst bei Cochem belegte mit der Valwiger Herrenberg Spätlese halbtrocken den dritten Platz.

Die beste fruchtsüße Spätlese des Wettbewerbs stellte der junge Winzer Florian Blesius aus Graach. Der Siegerwein kommt aus der Lage Graacher Himmelreich. Aus einer weiteren Spitzenlage der Mittelmosel folgen die Weine auf den Plätzen: Auf Rang 2 setzte die Jury die 2020er Spätlese Ürziger Würzgarten „In der Kranklei“ Alte Reben vom Weingut Benedict Loosen Erben in Ürzig, auf Rang 3 die 2020er Ürziger Würzgarten Spätlese vom Weingut Karl Erbes in Ürzig.

Das war nicht der einzige Erfolg für Weine aus Ürzig und dem Würzgarten. In der Kategorie „2020 Riesling Auslese“ siegte Stefan Erbes mit seiner fruchtsüßen Auslese aus der Katasterlage „In der Kranklei“. Florian Blesius darf sich über den zweiten Platz für die 2020er Graacher Himmelreich „Heiligenhäuschen“ Auslese freuen. Der dritte Platz in der Kategorie geht für die 2020er Kinheimer Rosenberg Auslese an das Weingut Viermorgenhof in Kinheim.

Ein junger Winzer aus Trittenheim räumte in der Kategorie der edelsüßen Spitzenweine mit seinen Weinen alle drei ersten Plätze ab: Christoph Eifel stellte mit seiner 2020er Trittenheimer Apotheke Riesling Trockenbeerenauslese den Sieger, mit einer Beerenauslese aus dem Dhroner Hofberg und einem Eiswein aus der Trittenheimer Apotheke auch den zweit- und drittbesten Wein.

Zudem wurden 80 Rotweine der Jahrgänge 2018 bis 2020 getestet. Hier überzeugte der 2019er Spätburgunder „Goldstück“ des Weingutes Apel in Nittel. Das Weingut Ulrich Göbel aus Ernst bei Cochem sicherte sich mit dem 2018er Spätburgunder den zweiten Platz. Platz 3 ging ebenfalls für einen 2018er Spätburgunder an das Weingut Bauer in Mülheim.