Firmen fürchten fehlende Fachkräfte

Firmen fürchten fehlende Fachkräfte

Die Industrie- und Handelskammern (IHK) im Land schlagen Alarm: Denn die rheinland-pfälzische Wirtschaft fürchtet nach Angaben des jüngsten Fachkräftemonitors der Kammern den Fachkräftemangel. Die Region Trier bildet dabei keine Ausnahme.

Trier. Wie groß die Gefährdung der heimischen Wirtschaft durch den Fachkräftemangel ist, zeigt eine Zahl aus der Region Trier: In jedem vierten Unternehmen bleiben offene Stellen länger als zwei Monate unbesetzt. Qualifizierte Nachrücker sind nicht in Sicht. Dies zeigt der neue Fachkräftemonitor der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHK). Er bildet den landesweiten Bedarf an Fachkräften anhand einer Prognose bis ins Jahr 2030 ab.Keine Entspannung in Sicht

Angesichts der Zahlen liegt die Region Trier noch günstiger als der Landestrend. Denn insgesamt spricht derzeit mehr als ein Drittel aller Unternehmen im Land von einem "akuten Geschäftsrisiko". Von einer Entspannung in den kommenden Jahren kann ebenfalls keine Rede sein. "Die Ergebnisse zeigen deutlich, welche Herausforderungen wegen des demografischen Wandels und der Bevölkerungszahl auf uns zukommen", sagt Peter Adrian, Präsident der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz und gleichzeitig Präsident der Trierer Kammer. So werden zum Ende des Prognosezeitraums im Jahr 2030 landesweit 142 000 Fachkräfte fehlen. Das heißt, 13,6 Prozent mehr Menschen könnten in den Betrieben beschäftigt werden - wenn es denn ausreichend Qualifizierte gäbe (siehe Extra). In der Region sind es immerhin 16 000 fehlende Fachkräfte (Lücke von 12 Prozent).Rund zwei Drittel der Unternehmen in der Region Trier wollen laut IHK ihren Bedarf durch familienfreundlichere Regelungen und die verstärkte Einstellung Älterer decken. Gerade dabei sieht die Kammer noch ungenutzte Potenziale. Erst knapp drei von zehn Betrieben setzten sich mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement auseinander oder unterstützten ältere Beschäftigte gezielt bei der Weiterbildung, sagt IHK-Geschäftsführer Matthias Schmitt: "Da ist noch Luft nach oben." Es gehe darum, in die Beschäftigungsfähigkeit der Belegschaften zu investieren und die Fachkräftebasis langfristig zu erhalten. Extra

In den kommenden 15 Jahren fehlen landesweit im Jahresschnitt 63 000 Fachkräfte. Rund sechs Prozent der benötigten Stellen können die Unternehmen dann nicht mehr besetzen. Am Ende des Prognosezeitraums bis 2030 werden es dann sogar 142 000 fehlende Fachkräfte landesweit sein (Lücke von 13,6 Prozent ), in der Region immerhin 16 000 (12 Prozent). Je höher die Qualifikation, um so größer die Engpässe: Die Lücke etwa bei höher qualifizierten Technikern steigt in diesem Zeitrahmen auf rund 20 Prozent an. Zwar wird der Bedarf an akademischen Fachkräften in den kommenden Jahren insgesamt geringer ausfallen, weil immer mehr junge Leute einen Studienabschluss aufweisen. Doch die ungedeckte Nachfrage nach Akademikern liegt dennoch bei 13 Prozent der Gesamtnachfrage von Fachkräften. Für den Fachkräftemonitor der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHK) wurden 105 Berufsgruppen, 13 Wirtschaftszweige und vier IHK-Regionen analysiert. Fachkraeftemonitor-rlp.de sas

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