Frische Eier für Frühstück, Osternest und Nudeln

Frische Eier für Frühstück, Osternest und Nudeln

Vor Ostern geht es auf dem Geflügelhof Feinen in Metterich im Eifelkreis Bitburg-Prüm rund. Die 13 500 Hühner legen 11 000 Eier täglich, diese müssen gewogen, sortiert, verpackt und viele auch gefärbt werden. Für den Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau ist es ein Vorzeigehof.

Metterich. Bauernpräsident Leo Blum hat sich in der Karwoche auf dem Geflügelhof in Metterich angemeldet, um die Einstellung des Verbandes zu Hühnerhaltung und Tierwohl zu diskutieren. "Rheinland-Pfalz ist kein Hühnerland. Massentierhaltung gibt es bei uns nicht", sagt Blum.
Der Blick auf den Geflügelhof in Metterich scheint dies zu bestätigen. "Wir sind ein Familienbetrieb, in dem alle mithelfen", sagt Beate Richarz. Sie betreibt den Hof mit ihrem Mann Helmut in zweiter Generation. Die Eltern Michel und Helene Feinen sind noch in den Betrieb eingebunden. "Wir fahren mit zwei Fahrzeugen etwa 2000 Privatkunden an", erklärt Helmut Richarz. 55 Prozent der drei Millionen Eier (siehe Extra) verkauft die Familie am Wagen oder auf Wochenmärkten. Die anderen Eier gehen an Restaurants, Bäckereien und Pizzerien oder auch an privat geführte Supermärkte in der Eifel. Das kleine Unternehmen beschäftigt zudem drei Mitarbeiter, die die Eier sortieren oder in der Nudelherstellung arbeiten. "Aus kleinen Eiern, die sich nicht vermarkten lassen, stellen wir selbstgemachte Nudeln her", erklärt Helmut Richarz. Das sei aber nur ein Nischenprodukt. Der jüngste Futtermittelskandal mit Mais war für Beate Richarz die Bestätigung, dass sie auf dem richtigen Weg ist.
"Wir bauen alles selbst an, und da weiß ich, ich muss mir keine Sorgen machen", sagt sie. Für Bauernpräsident Leo Blum sind die Skandale schlimm: "Dort sind ganz klar Verbrecher am Werk, die betrügen, um mehr Gewinn zu machen." Die gesamte Branche leide darunter. "Die deutschen Landwirte werden sehr genau kontrolliert, und unsere Tierhaltung und unsere Lebensmittel waren nie besser", ist er sich trotzdem sicher. Blum mahnt aber auch: "Qualität hat ihren Preis, was die Stallhaltung angeht, die Futtermittel und die Kontrollen." Das müsse dem Verbraucher bewusst sein.Extra

Rheinland-Pfalz ist kein Hühnerland: Leo Blum, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, rät den Verbrauchern, wann immer machbar regionale Produkte zu kaufen. Bei Eiern sei dies jedoch nicht immer möglich. Im Land Rheinland-Pfalz gebe es 1550 Hühnerhalter, von denen nur 150 Höfe mehr als 100 Legehennen hielten. Nur 35 Betriebe landesweit hielten mehr als 3000 Legehennen. Lediglich drei Betriebe arbeiteten mit der Kleingruppenhaltung, 99,8 Prozent der Hühnerhalter hielten ihre Tiere in Boden- und Freilandhaltung. Im ganzen Land gibt es etwa 750 000 Hennen. Der Rheinland-Pfälzer kann im Schnitt also nur alle fünf Tage ein Ei aus dem eigenen Bundesland essen. Bundesweit gibt es 34 Millionen Hennen. Der Geflügelhof Feinen hält 13 500 Hühner, die jährlich etwa drei Millionen Eier legen. Auf dem 65 Hektar großen Hof leben 5000 Hennen in Freiland- und 8500 in Bodenhaltung. hw

Mehr von Volksfreund