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Für den offenen Dialog

Für den offenen Dialog

Trier statt Freiburg: Am 1. September hat Wolfram Leibe (48) die Nachfolge von Hans Dieter Kaeswurm als Chef der Agentur für Arbeit Trier angetreten. Der Saarländer Kaeswurm hat sich nach neun Jahren an der Spitze der Agentur in den Ruhestand verabschiedet, der Breisgauer Leibe tauscht den Chefsessel in Freiburg gegen den an der Mosel ein.

Trier. Die ersten Termine stapeln sich schon auf seinem Schreibtisch, im Kalender sind eine ganze Reihe Gespräche vorgemerkt, und in den ersten vier Wochen will der neue Agentur-Chef im eigenen Haus hospitieren und seine neuen Mitarbeiter kennenlernen. Wolfram Leibe startet mit vollem Elan in Trier.

Ein gut bestelltes Feld



Als Nachfolger von Hans Dieter Kaeswurm trifft Leibe auf ein gut bestelltes Feld. Die Arbeitslosenquote in der Region Trier ist niedrig, die Ausbildungsplatz-Situation ist gut, die rund 300 Mitarbeiter sind motiviert. Doch der ehemalige Chef der Freiburger Agentur für Arbeit kennt solche Vor aussetzungen aus dem Effeff. "Wir haben in der Region Freiburg ebenfalls eine sehr geringe Arbeitslosenquote, nach Stuttgart bietet Freiburg die zweitbeste Ausbildungsquote in Deutschland, und selbst die Grenzlage mit Freiburg, Frankreich und der Schweiz hat Ähnlichkeiten zu Trier und seiner Nähe zu Luxemburg", sieht Wolfram Leibe viele Parallelen zwischen seinen alten und neuen Herausforderungen. Warum aber dann der Sprung von der Dreisam an die Mosel? "Ich habe mir die Stadt und die Region sehr genau angesehen und beides hat mir gefallen", sagt Leibe. Von da aus sei ihm der Abschied nicht schwer gefallen. Zudem ist seine Frau Professorin für Englische Sprachwissenschaften an der Uni Trier, und auch Töchterchen Pauline (9) hat ihre guten Gründe für einen Umzug. "In Trier gibt es sogar eine Paulinstraße, hat sie begeistert festgestellt", sagt Wolfram Leibe.

Mit Blick auf seine neue Arbeit hält sich der 48-Jährige noch sehr zurück. "Ich kenne die Umgebung und die Zusammenhänge noch nicht so gut, dass ich dazu etwas sagen möchte." Wenn Leibe über seine Arbeit spricht, dann sind es generelle Ansätze, die er vorstellt. Von seinen neuen Mitarbeitern erwartet er, dass "sie konstruktiv mitarbeiten", mit ihm diskutieren und - wenn nötig - um der Sache Willen auch einmal fachlich streiten. "Es gibt heute nicht mehr den klassischen Direktor, sondern es ist wichtig, dass die Mannschaft funktioniert", sagt Leibe. Beim Start sei es wichtig, dass "kompetente Mitarbeiter auch mit konkreten Vorschlägen" auf ihn zukämen.

Doch die Zukunftsaufgaben seien in Freiburg wie in Trier für die Arbeitsagenturen gleich. Der demografische Wandel und der Facharbeiter-Mangel werden zu großen Herausforderungen. Deshalb will Leibe die Agentur als Dienstleister für die kleinen und mittleren Betriebe verstehen.

Und Leibe sieht sich dabei als "Netzwerker". Betriebe, Kommunen, Verbände und die Agentur könnten zudem bei der Netzwerk-Arbeit auf die Unterstützung durch den Europäischen Sozialfonds rechnen. Bis zu 50 Prozent schießt die EU zu solchen Projekten zu. Die Vermittlung von Langzeit-Arbeitslosen könne gerade für Betriebe gewinnbringend werden. Zudem wirbt der neue Agentur-Chef für eine höhere Akzeptanz von älteren Arbeitnehmern bei den Betrieben.

Den "Partnern am Markt" und seiner Mannschaft verspricht "Team-Spieler" Leibe einen offenen Dialog.