1. Region
  2. Wirtschaft

Handel: Galeria Karstadt Kaufhof droht Kahlschlag an

Handel : Galeria Karstadt Kaufhof droht Kahlschlag an

(hw/dpa) Die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof bereitet ihre Mitarbeiter auf Standortschließungen und einen weiteren Stellenabbau im Zuge des Anfang April eingeleiteten Schutzschirmverfahrens vor.

In einem Brief an die Mitarbeiter (liegt dem TV vor)  berichtete die Unternehmensführung am Montag, der gerichtlich bestellte Sachwalter Frank Kebekus und der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz hätten klargemacht, dass es angesichts der Corona-Krise „leider auch zu Standortschließungen und dementsprechend auch zu einem Arbeitsplatzabbau kommen muss“. Nach Medienangaben sollen bis zu 60 der 170 Filialen geschlossen werden. „Welche Filialen überhaupt von einer Schließung betroffen sind, kann man jetzt noch nicht sagen“, erklärt der für die Region zuständige Verdi-Sekretär Alex Lauer dem TV auf Anfrage. In Trier betreibt die Gruppe insgesamt drei Häuser.

Verdi und Galeria Karstadt Kaufhof hatten sich vor wenigen Monaten auch über die Standortsicherung nahezu aller 170 Filialen bis 2024 geeinigt. Durch das eingeleitete Schutzschirmverfahren gilt diese nun nicht mehr. In dem zweiseitigen Schreiben betonte die Konzernführung, Galeria Karstadt Kaufhof habe während der Zeit der Komplettschließungen mehr als eine halbe Milliarde Euro an Umsatz verloren. Aufgrund der anhaltenden Kaufzurückhaltung werde sich der Umsatzverlust wahrscheinlich sogar noch auf bis zu eine Milliarde Euro erhöhen. Deshalb seien weitere Sanierungsmaßnahmen nötig, um das Unternehmen nachhaltig gesund aufzustellen.

Bei der Gewerkschaft Verdi sorgte der Mitarbeiterbrief für Empörung. Der Verdi-Fachbereichsleiter Einzelhandel, Orhan Akman, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Es ist ein Armutszeugnis, dass den Insolvenzverwaltern und der Unternehmensführung nichts anderes einfällt, als die Axt an die Personalkosten zu legen und Filialen zu schließen.“ Statt neue Kürzungsorgien einzuleiten, solle das Unternehmen lieber Wege finden, Beschäftigten und Filialen eine Zukunft zu bieten, verlangte der Gewerkschafter.

(dpa)