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Tarife
Gaststättenbranche: Tarifstreit eskaliert

Trier/Bingen. Von Heribert Waschbüsch
Heribert Waschbüsch

Die Tarifverhandlungen im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe sind ergebnislos abgebrochen worden. Die Fronten sind verhärtet, eine Einigung zwischen dem Dehoga Rheinland-Pfalz und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zeichnet sich selbst für den größten Optimisten nicht ab.

Nach den Verhandlungen in Bingen wirft Dehoga-Präsident Gereon Haumann der NGG vor, einen Abschluss und eine deutliche finanziellen Besserstellung der Beschäftigten im Gastgewerbe zu verhindern. Haumann: „Wir haben der NGG zwei hoch attraktive signifikante Entgelterhöhungsvarianten um rund acht Prozent beziehungsweise 21 Prozent der Entgelte innerhalb der nächsten 24 Monate angeboten und bei den Vergütungen für Auszubildende sogar um bis zu 30 Prozent! Die Arbeitnehmervertreter der NGG haben sich jedoch nicht ernsthaft damit auseinandergesetzt.“ Bedingung für den Dehoga ist allerdings eine deutliche Flexibilisierung der Arbeitszeit. Und hier ist für die Gewerkschaft der große Pferdefuß an dem Dehoga-Vorschlag und sie spicht von einem „Horrorkatalog zur Arbeitszeitverlängerung“. NGG-Verhandlungsleiter Klaus Schu (Trier): „Statt nach zehn Monaten Verzögerungstaktik endlich ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen, fordert Dehoga-Präsident Haumann gesundheitsgefährdende Arbeitszeitverlängerungen auf zwölf Stunden an sechs Tagen in der Woche und eine Verkürzung der Ruhezeit auf acht Stunden. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten.“ Das „alternative“ Entgeltangebot der Arbeitgeber liege im Volumen unter zwei Prozent. Schuh: „Statt die Arbeitsbedingungen immer weiter zu verschlechtern, benötigen wir eine deutliche Aufwertung der Berufe.“ Vor diesem Hintergrund seien die Tarifverhandlungen in anderen Bundesländern „relativ reibungslos“ verlaufen. Die NGG fordert eine Erhöhung der Entgelttarife um 160 Euro für alle und 100 Euro für Azubis bei einer Laufzeit von zwölf  Monaten.