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Gedämpfter Optimismus nach hartem Ringen

Gedämpfter Optimismus nach hartem Ringen

Beim Gerolsteiner Brunnen herrscht nach anderthalbjährigem Ringen um Jobs und millionenschwere Kosteneinsparungen wieder Zuversicht.

Gerolstein. (mh) Die Reihen waren gut gefüllt bei der Betriebsversammlung des Gerolsteiner Brunnens - der ersten nach vereinbartem Jobabbau von 135 Planstellen und Einsparung von 20 Millionen Euro bis 2012. Rund 350 Mitarbeiter waren gekommen und wollten sich anhören, wie Geschäftsführung und Betriebsrat die aktuelle Lage des Unternehmens sehen und welche konkreten Vorhaben und Ziele nun angepackt werden sollen. Und nicht zuletzt wollten sie hören, was die rheinländ-pfälzische Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) zu sagen hatte. Die gab sich erwartungsgemäß diplomatisch und lobte die beim Ringen um Jobs und Kosten gezeigte "vorbildliche Sozialpartnerschaft zwischen Geschäftsführung, Betriebsrat und Belegschaft".

Doch allein die Tatsache, dass sie anwesend war, wurde von vielen als Lob für den Betriebsrat gewertet. Das sah auch Uwe Gensmantel von der Gewerkschaft Nahrung, Genussmittel, Gaststätten (NGG) Südwest so. Er sagte: "Im ganzen Land und in der Branche wird gesehen und honoriert, welch hervorragende Arbeit der Gerolsteiner Betriebsrat geleistet hat. Das hat Modellcharakter für andere."

Betriebsratsvorsitzender Werner Jung sagte: "Es hat sich gezeigt: Es lohnt sich zu kämpfen."

Das will weiterhin auch Adolf Bürger tun, der seit zwölf Jahren im Betriebsrat mitarbeitet. Er sagte: "Das genau ist mein Antrieb, weiterzumachen: alles auf den Weg zu bringen, was vereinbart wurde." Dieser Tage stehen Neuwahlen an.

Investitionen lassen Hoffnung aufkeimen



Auch in der Belegschaft keimt wieder Hoffnung. So sagte Mitarbeiter Thomas Gajdzik: "Ich bin wieder optimistisch und blicke gelassen in unsere Zukunft." Besonders die Millioneninvestitionen in zwei neue Abfüllanlagen und eine Lagerhalle, die Geschäftsführer Axel Dahm vorgestellt hatte, sorgten für Zuversicht. Die Neuausrichtung zeige erste positive Ergebnisse. Er sagte: "Dank der Qualitäts- und Kommunikationsoffensive hat die Markenbekanntheit die höchsten Popularitätswerte in der Unternehmensgeschichte erreicht." Viele Mitarbeiter fragten sich aber, wann sich das auch in steigenden Umsatzzahlen niederschlägt. So meinte einer: "Jetzt muss es aber bald losgehen mit dem Sommergeschäft."

Der Gerolsteiner Brunnen beschäftigt nach eigenen Angaben 728 Mitarbeiter. 32 Mitarbeitern war gekündigt worden, 60 Beschäftigte hatten sich für die Altersteilzeit entschieden. Auf die Auslagerung von Abteilungen wurde verzichtet.