Geglücktes Auswärtsspiel

Trier · Die Probleme der Grenzgänger mit dem deutschen Finanzamt sorgen im Großherzogtum für einigen Wirbel. Nun hat der Lëtzebuerger Chrëschtleche Gewerkschaftsbond (LCGB) sogar zu einer Infoveranstaltung in Trier eingeladen: 300 verunsicherte Pendler nutzten die Chance.

 Luxemburgisch-deutsche Informationsallianz: Siggi Farys, Patrick Dury, beide von der luxemburgischen Gewerkschaft LCGB, und Jost Löns und Jürgen Kentenich (von links) vom Finanzamt Trier informieren die rund 300 Pendler. TV-Foto: Heribert Waschbüsch

Luxemburgisch-deutsche Informationsallianz: Siggi Farys, Patrick Dury, beide von der luxemburgischen Gewerkschaft LCGB, und Jost Löns und Jürgen Kentenich (von links) vom Finanzamt Trier informieren die rund 300 Pendler. TV-Foto: Heribert Waschbüsch

Trier. In der Europäischen Rechtsakademie Trier (ERA) hängen überall die Fahnen des LCGB, an einem Informationsstand macht die luxemburgische Gewerkschaft Werbung für sich und rund 300 deutsche Pendler nehmen das Informationsangebot gerne an. Gemeinsam mit dem Finanzamt Trier will der LCGB seine Grenzgänger über die Probleme im Doppelbesteuerungsabkommen informieren. "Es gibt eine große Unsicherheit bei den rund 28 000 Pendlern aus der Region", sagt LCGB-Generalsekretär Patrick Dury. Pendler die in Luxemburg angestellt sind, müssen für Arbeitseinsätze in Deutschland oder einem anderen Drittstaat dafür in Deutschland anteilsmäßig Steuern zahlen. Nach einem Fachvortrag von Klaus-Robert Braus vom Finanzamt Trier, der diesen Sachverhalt erklärte, hatten die Teilnehmer viele Fragen und einigen Diskussionsstoff.

So wurde die Frage aufgeworfen, warum im luxemburgischen Baugewerbe vereinbart ist, dass die Unternehmen für ihre Pendler die steuerlichen Belastungen übernehmen, wenn diese in Deutschland arbeiten. "Das ist im Kollektivvertrag Bau so festgeschrieben", erklärt LCGB-Chef Dury. Die Gewerkschaft werde dieses Beispiel aber nun auch bei den Tarifverträgen mit den anderen Branchen ins Feld führen. Der LCGB setzt stark auf politischen Druck. An den luxemburgischen Finanzminister Luc Frieden habe man bereits einen Brief geschrieben, demnächst steht ein Gespräch an. "Unser Ziel ist es, eine Lösung im Sinne der Grenzgänger hinzubekommen", sagt der LCGB-Chef. Dem Gewerkschaftsbund schwebt unter anderem eine Generalamnestie für "alte Steuersünden" vor und eine "praxisnahe Lösung" für die Zukunft. Für das Finanzamt Trier geht es aber bei der Beurteilung der Steuerschuld zunächst um das "Hier und Jetzt". Solche politischen Lösungen tragen Berlin und Luxemburg auf ihrem Spielfeld aus", sagt der Trierer Finanzamtschef Jürgen Kentenich. EXTRA Lëtzebuerger Chrëscht leche Gewerkschaftsbond (LCGB): Der LCGB vertritt in Luxemburg rund 40 000 Arbeitnehmer. "Rund 30 Prozent davon sind Pendler", sagt der Generalsekretär des LCGB, Patrick Dury. Mit 150 000 Pendlern, die in Luxemburg arbeiten, kommt fast jeder zweite der insgesamt 300 000 Beschäftigten aus Frankreich, Belgien und Deutschland.

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