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Getrockneter Müll ist gut für den Geldbeutel

Getrockneter Müll ist gut für den Geldbeutel

TRIER. Ab Anfang 2007 soll der regionale Restmüll in Mertesdorf (Kreis Trier-Saarburg) getrocknet werden, bevor er weiterbehandelt wird. Gehen die Pläne der Kommunen auf, könnte sich das positiv auf die Müllgebühren auswirken.

Die Zukunft der Trockenstabilatanlage auf der Mertesdorfer Mülldeponie ist offenbar geklärt. Der seit der Pleite des Investors Herhof still gelegte Bau wird fertig gestellt und soll Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehen. Die Ausschreibung läuft, bis Mitte August will die Gesellschaft für regionale Abfallwirtschaft, eine hundertprozentige Tochter des Zweckverbands regionale Abfallwirtschaft, den Auftrag vergeben haben. Die geschätzten Kosten liegen bei 6,5 bis acht Millionen Euro. Danach wäre die Vorbehandlung des so genannten Restmülls quasi in der Hand der regionalen Kreise und der Stadt Trier. Derzeit werden die jährlich 140 000 Tonnen Abfall aus den grauen Tonnen der Region von den zwei Firmen Remondis und RWE in Verbrennungsanlagen transportiert. Ein teures Vergnügen, für das letztlich die Gebührenzahler zur Kasse gebeten werden. Die Verbrennung einer Tonne Müll kostet 160 Euro. Je weniger Restmüll anfällt, desto preiswerter die Entsorgung, desto niedriger die Gebühren. Deshalb will der Abfallzweckverband den Müll zunächst einmal in Mertesdorf zwischenlagern. Bei fachgerechter Lagerung verliert der Müllberg dort innerhalb nur einer Woche durch Trocknung 30 Prozent seines Gewichts. Ein Drittel weniger Tonnage heißt aber ein Drittel weniger Kosten. Inwieweit die Gebührenzahler davon profitieren, ist unter den kommunalpolitisch Verantwortlichen in der Region noch umstritten. "Sie bleiben konstant", sagen die einen, "sie könnten sogar leicht sinken", die anderen. Der Vertrag des Zweckverbands mit den beiden Entsorgern Remondis und RWE läuft bis Herbst 2007. Für die Zeit danach ist eine neue Ausschreibung in Vorbereitung, über die am heutigen Montag mehrere Kommunalparlamente abstimmen. Morgen ist die auf maximal fünfeinhalb Jahre angelegte Ausschreibung dann Thema in der Versammlung des regionalen Abfallzweckverbands. Die Ausschreibung soll nach TV-Informationen technikoffen sein, das heißt, nicht nur Müllverbrennung kommt infrage, und in vier Lose unterteilt sein. Dadurch können auch mehrere Anbieter zum Zuge kommen. Die vorgelagerte Trocknung in Mertesdorf will die Gesellschaft für regionale Abfallwirtschaft in eigener Regie abwickeln. Dafür sollen vier Techniker zusätzlich eingestellt werden.