Gewerbeschau in Bernkastel-Kues läuft

Bernkastel-Kues · In Bernkastel-Kues hat am Freitagnachmittag die 14. Gewerbeschau des Werbekreises Bernkastel-Kues begonnen. 70 Aussteller (Einzelhändler, Handwerker und Dienstleister) sind bis Sonntag, 18 Uhr, auf dem Kueser Plateau vertreten. Der Eintritt ist kostenlos.

Gewerbeschau in Bernkastel-Kues läuft
Foto: Klaus Kimmling

"Ich muss erst einmal tief durchatmen." Frank Hoffmann sagt es, wirkt aber nicht gestresst. Er hat ja auch ein gutes Team um sich, das bei der Organisation der 14. Gewerbeschau des Werbekreises Bernkastel-Kues hilft. Und so macht der Vorsitzende auch keine großen Worte, sondern eröffnet die Ausstellung ohne Umschweife. "Hier ist direkte Kommunikation zu den Fragen nach dem täglichen Leben möglich", lockt er die Besucher, die sich am frühen Nachmittag schon in großer Zahl eingefunden haben.

Seit 1988 findet die Schau im zweijährigen Turnus statt. "Die Welt hat sich seither verändert", sagt Stadtbürgermeister Wolfgang Port mit kritischem Unterton. Damals seien die Innenstädte vielfach noch intakt gewesen. "Dort spielte sich das Leben ab", erinnert er sich. Das Internet habe es noch nicht gegeben und manchen Discounter auch noch nicht. Port: "Heute gib es Kraken an der Peripherie, die die Kaufkraft absaugen."

Die Zeiten für Einzelhändler seien schwierig geworden. Eine Gewerbeschau sei eine gute Kooperation der Betriebe und Menschen, die sich gegen den Trend stemmen. Sein Wunsch an die Besucher: "Denken Sie regional und kaufen Sie regional."

Bei der sich anschließenden Podiumsdiskussion geht es ums Eingemachte. Um die Frage, wie verhindert werden kann, dass nur noch vom heimischen Sofa aus bestellt wird. "Warum sollte ich bei ihnen einkaufen", fragt Moderator Alexander Houben (Trierischer Volksfreund) Viktor Hees vom Modehaus Hees, das seit 125 Jahren besteht. Die Antwort ist eine Zustandsbeschreibung. "Wir haben viele Stammkunden, stehen in scharfem Wettbewerb und müssen die Stärken auf den Standort legen." Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Trier, spricht in diesem Zusammenhang von einem Megathema - nur vergleichbar mit der Suche nach Fachkräften. Klar ist ihm und den anderen Teilnehmern auf dem Podium aber auch: Die Entwicklung ist nicht aufzuhalten. Gleichwohl gebe es Kunden, die auf Beratung und persönliche Ansprache setzen.

Bernkastel-Kues scheint es offenbar noch ganz gut zu gehen. Es gebe kein einziges leer stehendes Geschäft in der Altstadt, sagt Frank Hoffmann. Landrat Gregor Eibes spricht von einem "Kleinod". Und es sei eines für Touristen und Bürger, ergänzt Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues.

Sparkassenvorstand Gunther Wölfges spricht natürlich vom Geld. Er wirbt dafür, es vermehrt in der Region auszugeben. "Das sichert Arbeitsplätze, aber das vergessen manche Leute", sagt er.

Extra: Die Gewerbeschau ist am Wochenende insgesamt 15 Stunden geöffnet: am Samstag von 11 bis 19 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Am Samstag dürfte das Parkplatzangebot auf dem Kueser Plateau ausreichen. Am Sonntag wird die Panoramastraße, die von der Stadt zum Gelände führt, ab 12 Uhr gesperrt. Parkplätze stehen am Schulzentrum in Kues und an der Wuppertalstraße im Bereich des Rewe-Geländes zur Verfügung. Es verkehren kostenlos Pendelbusse zum und vom Ausstellungsgelände. Im Rahmenprogramm ist am Samstag von 14 bis 15 Uhr und von 16 bis 17 Uhr die Band Vier zu hören. An beiden Tagen ist auch der Magier Hamid unterwegs. cb

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