Gewerkschaften rufen zu Streiks in Verwaltungen und Schulen auf

Gewerkschaften rufen zu Streiks in Verwaltungen und Schulen auf

Die Welle der Warnstreiks im öffentlichen Dienst erreicht morgen Rheinland-Pfalz. Auch in der Region Trier rufen Gewerkschaften Landesbeschäftigte auf, die Arbeit ganztägig niederzulegen und in Mainz zu demonstrieren.

(cus/dpa) Zum Auftakt der bundesweiten Proteste im öffentlichen Dienst sind am Montag Landesbeschäftigte im Saarland und in Hessen in den Warnstreik getreten. Um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, legten unter anderem Mitarbeiter von Unikliniken, Hochschulen, Regierungspräsidien, Finanzämtern, Theatern und Straßenmeistereien ihre Arbeit nieder. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich mehr als 5000 Beschäftigte.

Am heutigen Dienstag verlagert sich die Streikfront nach Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, am Mittwoch folgt Rheinland-Pfalz. Die Gewerkschaften Verdi, GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und GdP (Gewerkschaft der Polizei) rufen dazu unter anderem die Tarifbeschäftigten in Landesverwaltungen, Straßenmeistereien und Schulen auf. Nicht betroffen sind kommunale Beschäftigte wie Erzieher in Kindergärten und städtische Verwaltungsmitarbeiter.

"Wir wollen Flagge zeigen, um die Ernsthaftigkeit unserer Forderungen zu untermauern", sagt Detlef Schieben, Verdi-Bezirksgeschäftsführer Trier, im TV-Gespräch. In Trier sind unter anderem die Verwaltungen und technische Mitarbeiter von Uni und Fachhochschule, Studierendenwerk und Landesuntersuchungsamt betroffen. Schieben rechnet mit rund 200 Teilnehmern.

Forderung: 50 Euro und drei Prozent mehr



Hinzu kommen Lehrer, die keine Beamten, sondern Angestellte sind. "Es geht unter anderem um eine Entgeltordnung zur Eingruppierung der Lehrkräfte", sagt GEW-Bezirksgeschäftsführer Udo Küssner. Die GEW organisiert eine Busfahrt von Trier nach Mainz zur zentralen Kundgebung am Mittwochnachmittag vor dem Landtag. Aus welchen Schulen sich Lehrkräfte beteiligen und ob deshalb Unterricht ausfällt, steht noch nicht fest.

Polizisten dürfen als Beamte zwar nicht streiken. Die GdP vertritt jedoch auch angestellte Mitarbeiter der Polizeiverwaltungen.

Im Tarifkonflikt fordern die Gewerkschaften ein Plus von monatlich 50 Euro und darüber hinaus eine Erhöhung von Löhnen und Gehältern um drei Prozent. Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot vorgelegt. Ihr Verhandlungsführer, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), hält die Forderung angesichts leerer Kassen für überzogen. Die dritte Verhandlungsrunde ist für Mittwoch, 9. März, in Potsdam geplant.

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