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Grenzen der Integration

Grenzen der Integration

TRIER. Die Region liegt bei den neuen Arbeitslosenzahlen im Bundestrend: Am Arbeitsmarkt zeichnet sich eine leichte Entspannung ab, aber keine Trendwende. Der regionale Arbeitsmarktbericht vermeldet nicht nur erhebliche Unterschiede zwischen Trier und Trier-Saarburg, Bitburg oder Hermeskeil – er liefert auch darüber hinaus interessante Einblicke.

Einmal arbeitslos, immer arbeitslos? Der Arbeitsmarkt-Report der Agentur für Arbeit Trier spricht eine andere Sprache. Auf dem Arbeitsmarkt gibt es viel Bewegung - und die Fluktuation nimmt zu: Im Oktober meldeten sich 3377 Personen arbeitslos, drei Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig kamen 3742 Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus - ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Allerdings: Nur 1466, also weit weniger als die Hälfte der Betroffenen, beendeten ihre Arbeitslosigkeit, weil sie eine Stelle fanden. 881 Ex-Arbeitslose befinden sich derzeit in einer Ausbildung oder Qualifizierung, 1091 in einer "sonstigen Nichterwerbstätigkeit". Aller Bewegung zum Trotz stehen unter dem Strich 13 963 Arbeitslose, die bis Ende Oktober keine Alternative gefunden hatten. Kleiner Lichtblick: Das waren 630 weniger als im September und 140 weniger als im Oktober 2004. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,9 Prozent, 0,1 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Innerhalb der Region klaffen die Zahlen auseinander: Im gesamten Gebiet der Hauptagentur Trier lag die Quote bei 7,2 Prozent, während der dazugehörige Kreis Trier-Saarburg, allein genommen, 4,4 Prozent Arbeitslose verzeichnete. Die geringste Quote in der Region weist Hermeskeil mit 3,2 Prozent auf, in Bitburg waren es dagegen 5,4 Prozent. Den Arbeitssuchenden standen im gesamten Bezirk vergangenen Monat 2408 Stellenangebote gegenüber, hinzu kamen 270 Ein-Euro-Jobs. Vor einem Jahr waren 2797 offene Stellen registriert. Der Arbeitsmarktreport zeigt an dieser Stelle deutlich die Grenzen einer Integration in den Arbeitsmarkt auf: Auf eine freie Stelle kamen im Schnitt je fünf Arbeitslose aus der entsprechenden Branche, auf dem Bau waren es sechs, in Dienstleistungsleistungsberufen gar elf. Besonders Augenmerk legt der Report auf junge Menschen bis 25 Jahre. 2170 von ihnen waren im Oktober arbeitslos - 298 weniger als Ende September, aber 40 mehr als vor einem Jahr. "Der Übergang von der Ausbildung in das Beschäftigungssystem bleibt schwierig", resümiert die Agentur und appelliert an die Arbeitgeber, vorhandene Beschäftigungsmöglichkeiten zu melden und auch jungen Leuten anzubieten. "Nur so können aus Absolventen berufserfahrene Fachkräfte werden, die für die Zukunft von Betrieben dringend gebraucht werden."