Grenzenlose Logistik

TRIER. (alf) Mit den Entwicklungschancen des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes befasste sich die Eures-Arbeitsmarktkonferenz am Montag im Trierer Rathaus.

Eures (die Abkürzung steht für "European Employment Services") ist ein Kooperationsnetz, dass unter anderem das Entstehen eines gemeinsamen europäischen Arbeitsmarkts sowie - in bestimmten Grenzregionen - integrierter regionaler Arbeitsmärkte fördert. Bei der ganztägigen Konferenz wurden auch das grenzüberschreitende Güterverkehrskonzept "TriLux" und die daraus resultierenden Arbeitsmarktchancen thematisiert. Nach Ansicht von Johannes Weinand, Amtsleiter für Stadtentwicklung und Statistik bei der Stadtverwaltung Trier, wird das Volumen des Güterverkehrs stark zunehmen. Betriebe müssten bereits heute intermodale Transportketten und kombinierten Verkehr planen, damit sie mittel- bis langfristig umgesetzt werden könnten. "Eine grenzüberschreitend abgestimmte Güterverkehrspolitik und eine gezielte Förderung der Logistikbranche kann einen Beitrag dazu leisten, dass über die tatsächliche Verbesserung der Wettbewerbssituation von Betrieben und Unternehmen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Standortregion verbessert wird", sagte Weinand. Güterverkehrspolitik sei somit auch immer Teil einer regionalen Wirtschafts- und Strukturförderung. Im Gegensatz zur guten Verkehrsinfrastruktur im Raum Trier/Luxemburg sieht Weinand auf dem Logistik-Sektor noch Nachholbedarf in der Aus- und Weiterbildung. Betriebe legten Wert darauf, dass sowohl für die Führungs- als auch die operative Ebene Aus- und Weiterbildungsangebote gemacht werden. Vor diesem Hintergrund empfehle das grenzüberschreitende Güterverkehrskonzept die Einrichtung einer "Europäischen Akademie für Güterverkehr und Logistik", die zunächst die Weiterbildung und in einem späteren Stadium die Ausbildung aufnehmen könne. Weinand: "Diese Einrichtung muss in ihren Kernkompetenzen die Bereiche Wirtschaft, Technik und Recht anbieten und diesen aktuelle und zukünftig absehbare Anforderungen zuordnen." Für einzelne betriebliche Anforderungen sollte sie darüber hinaus spezialisierte Angebote machen können, die auch entsprechend zu honorieren seien. Beispielhaft nannte der Amtsleiter die Krankenhauslogistik, die dazu geführt habe, dass Günter Thiel (Thiel-Logistik) 2003 ein "Institute for Health Care Logistics" an der Universität Trier eingerichtet und finanziert habe.

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