Großer Andrang bei "Dein Tag, Deine Chance - Ausbildung jetzt!" in Trier

Ausbildungsmesse in Trier mit Hunderte freie Stellen : Ein Tag mit Hunderten Chancen

Viele zufriedene Gesichter bei „Dein Tag, Deine Chance – Ausbildung jetzt!“ Rund 500 Jugendliche und Eltern informierten sich bei 60 regionalen Ausbildungsbetrieben.

Schon zum 15. Mal haben die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer (HWK), die Arbeitsagentur und der Trierische Volksfreund gemeinsam zu „Dein Tag, Deine Chance – Ausbildung jetzt!“ eingeladen. Für das ein oder andere Unternehmen hat die Veranstaltung inzwischen fast schon den Charakter eines Klassentreffens. Denn viele der 60 regionalen Betriebe sind „Wiederholungstäter“ und können von Erfolgsgeschichten aus der Vergangenheit berichten.

Für die Peter Mertes Weinkellerei ist die Herbstveranstaltung ein Pflichttermin. Personalchefin Jutta Braun: „Wir haben schon einige Kandidaten hier gefunden.“ Das Unternehmen mit 400 Mitarbeitern beschäftigt derzeit 22 Azubis und bildet in zehn verschiedenen Berufen aus. Für Kurzentschlossene bieten sich sogar für 2019 noch Chancen als Fachkraft für Lagerlogistik oder als Weintechnologe. Bei einem Sensorik-Test - in drei Weingläsern waren die Duftnoten Apfel, Pfirsich und Orange zu erriechen -  konnten die Jugendlichen gleich testen, ob der Beruf etwas für sie ist.

Auch Andrea Otten von den Stadtwerken Trier (SWT) hatte eine Überraschung für Suchende. Als neuen Ausbildungsberuf gibt es diesmal die Fachkraft im Fahrbetrieb. „Die Problematik mit fehlenden Busfahrern ist bekannt. Wir bilden hier aus. Das Angebot richtet sich an junge Menschen, die bereits 18 Jahre sind und an Quereinsteiger.“ Das Unternehmen hat derzeit in 13 unterschiedlichen Berufen 50 Azubis.

Zufrieden Gesichter auch beim Finanzamt Trier. Elisabeth Seitz ist mit der Resonanz zufrieden: „Wir hatten viele Abiturienten, die sich vorgestellt haben. Im Angebot der Behörde Stellen in der Dualen Ausbildung und vor allem im Dualen Studium.

Sarah Rau von Natus (Schaltanlagen) lobte die Bewerber. „Es waren sehr interessante Gespräche, die Jugendlichen waren gut vorbereitet und haben sich auch beim Speed-Dating bestens präsentiert.“ Das Trierer Unternehmen mit 500 Mitarbeitern hat derzeit 50 Azubis und bildet in acht Berufen aus. Für 2020 vergibt das Unternehmen 15 Lehrstellen.

Ein wenig Spektakel gab es am Stand von ThyssenKrupp Bilstein. Der Stoßdämpferhersteller aus Mandern hatte einen Fahrsimulator aufgebaut. „Hier war einiges los“, erklärt Ausbildungsleiter Damian Drzyzga. Und nach einer schnellen Runde auf dem Simulator gab es dann auch einige interessante Gespräche. „Viele Jugendliche wissen nicht, was sie bei uns alles lernen können.“ 37 Azubis und sechs Duale Studenten bildet Bilstein derzeit aus. Für 2020 werden zehn neue Nachwuchskräfte gesucht.

43 Ausbildungsplätze und 43 Schnupper-Praktiumsplätze hatte Rebecca Weiler von Aldi mitgebracht. Die Teamleiter HR (Human Resources) sucht Nachwuchs für die 43 Aldi-Filialen in der Region. Ein Lob gab es von ihr für die Jugendlichen und die Veranstalter: „Die jungen Besucher waren sehr gut vorbereitet. Viele sind aktiv auf uns zugekommen, das war in der Vergangenheit nicht immer so. Und hier ist alles bestens organisiert.“

Auf sich aufmerksam machen konnte auch die Firma Witte Automotive aus Bitburg. HR-Managerin Melanie Otto war zufrieden: „Viele Jugendliche kennen uns nicht, waren aber nach einem ersten Gespräch sehr angetan und interessiert.“ Sie habe einige Praktikumsanfragen und hofft auf Bewerber für 2020. Das Unternehmen aus der Eifel, 250 Mitarbeiter, sucht fünf Azubis und mindestens sechs Duale Studenten.

Das Thema Duales Studium war denn auch für viele Besucher wichtig. Jan (18 Jahre) will nach dem Abitur Beruf und Studium verquicken. „Ich habe mich vor allem im technischen Bereich umgeschaut, da gab es einige sehr interessante Angebote.“ Doch zunächst wollte er auch noch zur Infoveranstaltung „Duales Studium“, die im Rahmen der Messe angeboten wurde.

Dorthin zog es Maria G. Die Mutter war alleine unterwegs. „Meine Tochter ist ganz unglücklich. Sie hat einen Termin, der nicht zu verschieben war.“ Sie fühlte sich indes bestens betreut. Zunächst bekam sie alle Informationen in der erstmals aufgebauten „Eltern-Lounge“. In gemütlichen Sesseln konnten sich die Eltern von den IHK-Experten beraten lassen, während die Kinder beim Speed-Dating für sich Werbung betrieben. Für Peter Holz ist dieses neue Element sehr positiv. Er konnte länger in der Lounge verweilen. „Wir sind als Club Aktiv bereits zum achten Mal bei der Veranstaltung dabei. Es ist für unsere Jugendlichen ganz wichtig. Die Aussteller gehen vorurteilsfrei auf die jungen Menschen zu, beraten sie, geben ihnen Tipps. Es ist eine gute Erfahrung, die sie hier mitnehmen.“  25 Jugendliche informieren sich und es gibt schöne Erfolgsgeschichten aus der Vergangenheit. „Ein Jugendlicher von uns ohne Hauptschulabschluss hat hier einen Praktikumsplatz gefunden, den Schulabschluss nachgeholt und macht nun seine Ausbildung im Finanzbereich. Ein anderer hat hier eine Stelle im Modehandel gefunden.“

Zufrieden sind auch die Veranstalter. Heribert Wilhelmi, Chef der Arbeitsagentur Trier freut sich: „Es ist mächtig was los. Die Jugendlichen nehmen das Konzept an.“ Der Hauptgeschäftsführer der IHK, Jan Glockauer: „Das Angebot ist hervorragend. Hier sind die Top-Ausbildungsbetriebe aus der Region“, und sein Kollege von der HWK, Axel Bettendorf lobt die Einbindung der Eltern. „Sie nehmen eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung ein und das Angebot an sie mit der Eltern-Lounge ist ein guter Ansatz.“

Zum ersten Mal konnten sich die Eltern in der „Eltern-Lounge“ beraten lassen, während die Kinder beim Speed-Daiting mitmachten. Foto: TV/Heribert Waschbüsch
Beim Speed-Dating konnten sich die Jugendliche direkt bei den Unternehmen über ihre Möglichkeiten informieren. Foto: TV/Heribert Waschbüsch

Und auch die Jugendlichen sind insgesamt auch beeindruckt. Lisa und Marie: „Wir sind überrascht wie viele Möglichkeiten es gibt. Wir haben uns einige Kontaktadressen mitgenommen.“ Die 17-jährige Lea sucht fürs kommende Jahr einen Ausbildungsplatz im Groß- und Außenhandel, sie hat beim IT-Haus, der Bitburger Brauerei und einigen anderen vorgesprochen. Und ein Praktikumsplatz? „Upps. Da gehe ich noch auf eine zweite Runde“, sagt sie und verschwindet.

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