Großunternehmen übernimmt Familienbetrieb

Großunternehmen übernimmt Familienbetrieb

Schulterschluss in der Maschinenbaubranche: Die Wirtgen-Gruppe mit Sitz im rheinland-pfälzischen Windhagen ist mit einer 70-prozentigen Beteiligung bei Benninghoven mit Standorten in Mülheim und Wittlich eingestiegen. Beide Namen stehen für Global Player im Straßenbau.

Wittlich/Mülheim. Zwei Familienunternehmen, die weltweit in Sachen Straßenbau agieren, sind jetzt mehr als Geschäftspartner: Die Wirtgen-Gruppe, mit den Brüdern Jürgen und Stefan Wirtgen in der Geschäftsführung in der zweiten Generation des Familienunternehmens aus Windhagen (Landkreis Neuwied), hat eine 70-prozentige Mehrheitsbeteiligung an der Benninghoven GmbH & CO. KG mit Sitz in Mülheim und Wittlich erworben. Hier ist Bernd Benninghoven in der vierten Generation (siehe Hintergrund) Geschäftsführer und soll "mit dem Geschäftsleitungsteam die Zukunft des Mischanlagenherstellers weitergestalten", wie auf der Homepage von Benninghoven zu lesen ist.
Das Familienunternehmen mit weiteren Standorten in Berlin und Hagen gehört zu den führenden Firmen im Bereich der Asphalt-Mischanlagen. Es hat nach eigenen Angaben weltweit 800 Mitarbeiter. Die Traditionsfirma gilt als Global Player in Sachen Hightech für den Straßenbau. Die Anlagen, die es produziert, sind eine Art kleine Fabriken, Spezialmaschinen, die weltweit gefragt sind.
Weltweit 5500 Mitarbeiter


Damit ergänzt Benninghoven das Portfolio der Wirtgen Gruppe. Sie beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit 5500 Mitarbeiter und ist ebenfalls groß im Geschäft, wenn es um Bau und Erneuerung von Straßen in aller Welt geht. Asphaltfertiger, Teerwalzen und Kaltfräsen sind der Schwerpunkt des Maschinenbauers, der seit Ende der 1990er Jahre andere Firmen aufgekauft hat: Vögele (Asphaltfertiger/Einbau), Hamm (Walzenhersteller/Verdichten), Kleemann (Gesteinsbrechmaschinen/Sieben) sind Namen, die seither zu Wirtgen (Sanieren) gehören. Jetzt auch Benninghoven. Dazu heißt es auf der Homepage: "Die Wirtgen Group mit ihren führenden Produktmarken Wirtgen, Vögele, Hamm und Kleemann hat nun mit Benninghoven ein weiteres, technologisch führendes Unternehmen erworben, welches die bestehende Produktpalette in idealer Weise komplettiert." Und weiter: "Durch die Integration von Benninghoven kann die Wirtgen Group ihren Kunden nun Komplettlösungen mit technologisch führenden Marken aus einer Hand und damit alle Prozessschritte vom Brechen von Gestein über das Mischen von Asphalt bis zu Einbau, Verdichten und Sanieren von Fahrbahnaufbauten aller Art anbieten." Umgekehrt könne die Familie Benninghoven durch Wirtgen Kontinuität sichern und die "Firma in einem stabilen und größeren Unternehmensverbund" weiterentwickeln. Man freue sich, das "gemeinsame Wachstum" mit dem "erfahrenen und qualifizierten Mitarbeiterstamm der Firma Benninghoven voranzutreiben."
Bei der Pressestelle von Wirtgen und Bernd Benninghoven war gestern keine Stellungsnahme zum Thema zu erhalten.Extra

Otto Benninghoven gründete das Unternehmen 1909 in Hilden (Nordrhein-Westfalen). Er beschäftigte sich mit dem Bau von Zahnrädern und Sondermaschinen. Zu Beginn der 1950er Jahre ergänzten unterschiedliche Brennertypen die Produktpalette. Auf Otto folgte Erich Benninghoven, und ab 1966 leitete Rolf Benninghoven das Unternehmen. Mit der Zeit wurde das Programm um immer mehr Bestandteile für Asphalt-Mischanlagen erweitert. Dafür brauchte es mehr Platz: 1970 wurde eine Fertigungsstätte in Mülheim an der Mosel aufgebaut, die 1990 durch eine Produktionsstätte in Wittlich ergänzt wurde. Heute ist Bernd Benninghoven Geschäftsführer in der vierten Generation. red/sos

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