Gute Ausgangslage

Zum vierten Mal präsentierten Industrie- und Handelskammer (IHK) und Handwerkskammer Trier (HWK) gemeinsam ihre Einschätzung der konjunkturellen Situation in der Region. Trotz einiger Problem-Branchen sind die Verantwortlichen optimistisch.

Trier. Die Ausgangslage für die regionale Wirtschaft ist nach Einschätzung der beiden Wirtschaftskammern recht gut. "Auch können wir noch keine deutliche Abschwächung der Aufträge zum Jahresende hin erkennen", sagte der Präsident der IHK Trier, Peter Adrian. Auch im Bereich des Handwerks sind noch keine düsteren Konjunkturwolken zu entdecken, sagte HWK-Präsident Rudi Müller.

Trotz dieser insgesamt positiven Einschätzung gebe es aber auch Branchen, die deutlich mehr unter der allgemeinen Lage litten. "Im Transportgewerbe, im Hotel- und Gaststättengewerbe und im Einzelhandel ist die Situation unterschiedlich und bei einigen Unternehmen auch sehr angespannt", sagte Adrian. Die Ursachen seien hohe Treibstoffpreise und die Konsum-Zurückhaltung der Bürger.

Positive Akzente erfahre die Wirtschaftsregion Trier in vielerlei Hinsicht durch die Nähe zu Luxemburg, und auch deshalb gehören etwa der Ausbau der Bahnstrecke Trier-Luxemburg oder eine Verbesserung des grenznahen Öffentlichen Personen-Nahverkehrs zu den zentralen Forderungen der beiden Kammern. Mit der Entwicklung in der Vergangenheit sind HWK und IHK zufrieden. "Wir sind die Boom-Region in Rheinland-Pfalz", sagte IHK-Präsident Adrian mit Blick auf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in der Region (+13,3 Prozent von 2000 bis 2006), das über dem Wachstum im Land (+ 9,7) lag.

Um die positive Entwicklung der Region zu stützen, sei es wichtig, dass das Reformtempo erhöht werde. Weniger staatliche Regulierung und Abgaben, dafür mehr Freiheit für Wirtschaft und Bürger: Nach dieser Maxime wollen HWK und IHK die Region fit für die Zukunft machen, so IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel.

Wesentliche Forderungen seien deshalb der Bürokratieabbau, die Reform der Verwaltungsstrukturen sowie der Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur. "In Sachen Infrastruktur bewegt man sich leider häufig noch im Schneckentempo", beklagte Rudi Müller den zögerlichen Straßenausbau. Zu den großen Zielen der Kammer gehört auch der Kampf gegen das "Bürokratie-Monster". Eine Entlastung von 25 Prozent würde den Unternehmen viel bringen und den Staat nichts kosten. "Aktiv einbringen werden wir uns auch bei der Umsetzung des Regionalen Entwicklungskonzepts", sagte HWK-Hauptgeschäftsführer Hans Hermann Kocks. Auch dabei ist die Zusammenarbeit mit Luxemburg zentrales Thema.