Gute Chancen am Ausbildungsmarkt

Gute Chancen am Ausbildungsmarkt

Mehr als 10 000 junge Menschen werden derzeit von den Unternehmen in der Region Trier ausgebildet. Auch das abgelaufene Ausbildungsjahr verlief trotz Wirtschaftskrise befriedigend. Doch wie sieht es 2010 aus? Die beiden Wirtschaftskammern machen Mut. Allein im Handwerk gibt es derzeit 500 freie Lehrstellen.

Trier. Im abgelaufenen Ausbildungsjahr waren die Chancen für die Jugendlichen in der Region ausgesprochen gut: Weniger Bewerber, viele Angebote. Und dieser Trend wird sich fortsetzen, sind sich die Experten einig. Marcus Kleefisch, zuständiger Geschäftsführer bei der Industrie- und Handelskammer Trier (IHK), sieht den Nachwuchs in einer guten Position.

Echtes Interesse ist entscheidend



Auf die Chancen der Jugendlichen angesprochen, sagt er: "Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob alle ausbildungswilligen jungen Leute einen Ausbildungsplatz bekommen, sondern ob alle ausbildungsbereiten Betriebe geeigneten Nachwuchs bekommen." Und auch Günter Behr, Geschäftsführer bei der Handwerkskammer (HWK) Trier, sieht die Lage ähnlich: "Aus der Sicht der Jugendlichen werden sich die Chancen auf einen attraktiven Ausbildungsplatz weiter verbessern. Die Bewerberzahlen werden wohl demografisch bedingt weiter zurückgehen, während das Ausbildungsangebot auf hohem Niveau erhalten bleibt." Derzeit sind bei der HWK rund 500 freie Ausbildungsplätze gemeldet, vom Augenoptiker bis zum Zweiradmechaniker. Weitere Informationen sind abrufbar unter www.hwk-trier.de, Webcode: lehrstellensuche.

Insgesamt bieten die rund 28 000 IHK-Betriebe in der Region Ausbildung in rund 200 unterschiedlichen Lehrberufen an. Auch in den 7000 Handwerksbetrieben der Region können Interessierte zwischen 80 verschiedenen Ausbildungsberufen wählen.

Doch zunehmend beklagt die Wirtschaft bei den Schulabgängern eine fehlende Ausbildungsreife. Marcus Kleefisch: "Jeder fünfte Schulabgänger ist laut Pisa-Untersuchungen nicht ausbildungsreif. Alle Talente müssen jedoch genutzt werden. Jugendliche brauchen eine gute Allgemeinbildung, und ihre Persönlichkeitsentwicklung muss angemessen gefördert sein, wenn sie die Schule verlassen." Seiner Meinung nach müssten die Schulen zudem die Berufsorientierung stärker als bisher als einen zentralen Auftrag begreifen. Wirtschaft, Arbeitsagentur und Land hätten mit der Ende 2009 geschlossenen "Vereinbarung zur Berufsorientierung" hierzu einen guten Schritt nach vorn gemacht.

Günther Behr glaubt zudem, dass "der Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte innerhalb der Wirtschaft zunehmen wird". Mit einer neuen, bundesweiten Imagekampagne - die heute vorgestellt wird - werde das Handwerk eine Großoffensive starten, um die Vielfalt der Berufe und die guten Zukunftsperspektiven im Handwerk zu präsentieren.

Nicht zu lange die Schulbank drücken

Beide Experten sind sich einig, dass viele Jugendliche sich zu spät für eine Lehre entscheiden. "Auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet wird: Möglichst lange Schulzeiten und möglichst hohe Abschlüsse sind für die meisten Ausbildungsbetriebe eher zweitrangig", sagt Behr. Entscheidender seien Interesse am Beruf, Lernbereitschaft, Engagement und Zuverlässigkeit. Keine schlechte Ausgangslage für engagierte Schulabgänger.Extra

Die Ausbildungsplatz-Situation in der Region hat sich 2009 gut behauptet. Im IHK-Bereich wurden 2021 neue Lehrverträge abgeschlossen. Das sind etwa 5,1 Prozent weniger als im Boomjahr 2008. Der Gesamtbestand an Ausbildungsverhältnissen bei den Unternehmen aus Handel, Industrie und Dienstleistungen stieg sogar leicht um 0,7 Prozent auf insgesamt 5526 Ausbildungsverhältnisse an. Auch im Bereich der Handwerkskammer ging die Zahl der neu eingetragenen Lehrverhältnisse auf rund 1500 zurück. Insgesamt bildet das Handwerk derzeit 4500 Jugendliche zu Gesellen aus.

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