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Gute Chancen für Jugendliche am regionalen Ausbildungsmarkt

Ausbildung : Noch fast 2000 freie Ausbildungsplätze in der Region gemeldet

Die jüngsten positiven Daten vom regionalen Arbeitsmarkt tragen auch im Bereich der Ausbildung Früchte. Junge Menschen haben derzeit gute Chancen, noch einen Ausbildungsplatz zu finden.

  Bundesweit machen sich Gewerkschaften und Politik große Sorgen, dass die Ausbildungsplatzsituation in Corona-Zeiten für junge Menschen schwierig wird.

Die Ausgangslage in der Region Trier ist allerdings vollkommen anders. Die Ausbildungsbereitschaft der regionalen Wirtschaft ist ungebrochen hoch, das Handwerk sucht händeringend Nachwuchs. Viel schwieriger ist es indes, den Jugendlichen und ihren Eltern die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten näherzubringen.

Beim Arbeitsmarktbericht ist der Chef der Arbeitsagentur Trier, Heribert Wilhelmi, auch auf diese Problematik eingegangen:  „Auf dem Ausbildungsmarkt zeigt sich nach wie vor eine hohe Einstellungsbereitschaft der Unternehmen für neue Auszubildende.“

Die Unternehmen der Region haben der Agentur für Arbeit Trier bis Juni 4007 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 102 Ausbildungsstellen mehr als im Vormonat, aber 362 weniger als zum gleichen Vorjahres-Zeitpunkt. Für interessierte Jugendliche stehen davon noch 1944 freie Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die meisten Angebote gibt es im Bereich der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung, beispielsweise für Berufe der Energietechnik oder des Metallbaus.

Auch für Berufe im kaufmännischen Bereich, dem Handel, Vertrieb oder Tourismus gibt es ein großes Ausbildungsangebot. Insgesamt 2473 Ausbildungsplatzsuchende verzeichnet die Statistik, davon sind noch 984 unversorgt.

Die meisten davon interessieren sich, äquivalent zu den angebotenen Ausbildungsstellen, für Produktions- und Fertigungsberufe sowie Berufe in den kaufmännischen Dienstleistungen und dem Handel. Heribert Wilhelmi rät den Ausbildungsinteressierten, Kontakt zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit Trier aufzunehmen: „Dort können der passende Ausbildungsberuf und die passende Stelle ermittelt werden.“

Carl-Ludwig Centner, Geschäftsführer Ausbildung bei der Handwerkskammer Trier,  rät jungen Menschen dringend, in den Schulferien ein Betriebspraktikum zu machen, um sich über eine Ausbildung zu informieren. Die meisten regionalen Handwerker bieten solche Möglichkeiten. Das Handwerk sucht noch für dieses Jahr rund 700 Azubis.

Die Industrie- und Handelskammer Trier wollte in einer Blitzumfrage von ihren Mitgliedsbetrieben wissen: „Wie stark spiegeln sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie auch auf dem regionalen Ausbildungsmarkt wider?“

85 Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe berichten, dass die aktuelle Situation keine Auswirkungen auf den Ausbildungsalltag habe. Die Unternehmen gaben an, dass es zu keinen Kündigungen von Azubis gekommen ist. Bei 32 Prozent der befragten Betriebe befanden sich Auszubildende gelegentlich im Homeoffice beziehungsweise arbeiteten mobil. 71 Prozent der befragten Betriebe planen, in diesem Jahr voraussichtlich alle ihre Ausbildungsabsolventen zu übernehmen.

Kommt es nicht zu einer Übernahme, nennen die betroffenen Unternehmen das Nicht-Zusammenpassen von Auszubildenden und Betrieb als häufigsten Grund. Im Durchschnitt lag das Ausbildungsplatzangebot im vergangenen Jahr bei 4,1 Plätzen je Betrieb. „Die Corona-Krise ändere daran recht wenig,“ so Ulrich Schneider, IHK-Geschäftsführer Ausbildung. Die korrigierte Planung liege nun bei durchschnittlich 3,8 Ausbildungsplätzen für das kommende Ausbildungsjahr. Hauptrekrutierungsinstrument bleibt weiterhin das persönliche Bewerbungsgespräch (63 Prozent). Nur zwei Betriebe mussten wegen der Corona-Krise einen bereits für Sommer 2020 geschlossen Ausbildungsvertrag vorzeitig lösen.