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Gute Geschäftslage freut heimische Betriebe

Gute Geschäftslage freut heimische Betriebe

Die meisten Unternehmen in der Region Trier können zufrieden sein: Laut einer Umfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform unter rund 800 Betrieben hat sich ihre Auftragslage im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Demgegenüber verschlechterte sich die Zahlungsmoral Luxemburger Kunden deutlich.

Trier. Eigensicht schlägt Fremdwirkung: So schlicht könnte man das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Trier unter 800 Mitgliedsbetrieben resümieren. Heißt: Die Einschätzung der Geschäftslage des eigenen Unternehmens wird von den meisten Betrieben in der Region Trier besser bewertet als die Lage der gesamten Branche: So wird die eigene Situation bei rund 55 Prozent der heimischen Betriebe als gut bis sehr gut bewertet. "Ein Trend, der sich auch bundesweit an der Konjunkturlage ablesen lässt", sagt Guido Joswig von Creditreform Trier (siehe Extra).
Nur ein Prozent der Unternehmen bezeichnet seine Geschäftslage als mangelhaft oder ungenügend. Demgegenüber wird die Situation in der eigenen Branche nur zu 36 Prozent als gut bis sehr gut bewertet, immerhin vier Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen sie als schlecht.
Wie auch im vergangenen Jahr sehen die meisten Befragten (45 Prozent) - trotz ihrer guten Lage - keinen erkennbaren Aufschwung. Allerdings sind mit immerhin 32 Prozent der Unternehmen wesentlich mehr Betriebe der Meinung, dass es wirtschaftlich weiter aufwärtsgeht.
Eindeutig positiver wird die derzeitige Auftragslage von über der Hälfte der Befragten (60 Prozent) als sehr gut bis gut bewertet. Vor einem Jahr haben die regionalen Unternehmen das noch deutlich negativer gesehen. Damals hat die Mehrheit der Befragten die Lage als nur befriedigend bis ausreichend bezeichnet.
Die verbesserten Werte bei Geschäfts- und Auftragslage schlagen sich auch in den Zahlen der Firmeninsolvenzen nieder. So waren die mit minus 20 Prozent im ersten Halbjahr dieses Jahres in der Region rückläufig — und zwar branchenübergreifend. Im Gegensatz dazu ist der Trend in der Bundesrepublik weiter steigend (plus 0,8 Prozent).
Folglich sind die regionalen Betriebe optimistisch, was das laufende Jahr angeht: 43 Prozent der Befragten rechnen mit einer Umsatzsteigerung, im Vorjahr waren es lediglich 32 Prozent. Lediglich 13 Prozent befürchten Umsatzeinbrüche.
Die Aussichten für 2014 sind dagegen eher verhalten. So rechnet nur ein Viertel der Betriebe mit Umsatzsteigerungen, fast zwei Drittel mit einer stabilen Umsatzentwicklung.
Besonders spannend ist der Vergleich bei der Zahlungsmoral der eigenen Kunden - zusätzlich unterschieden nach deutschen und nach den für heimische Handswerks- und Industriebetriebe so wichtigen Luxemburger Auftraggeber. Im Vergleich zum Vorjahr wird die Zahlungsweise der eigenen Kunden von 78 Prozent der Befragten als gleichbleibend betrachtet - acht Prozent bescheinigen ihren Kunden gar eine verbesserte Zahlungsmoral. Allerdings attestieren immerhin 14 Prozent ihren Kunden ein schlechteres Zahlungsverhalten. Bei der Betrachtung der Zahlungsweise der deutschen und luxemburgischen Kunden sind im Gegensatz zum Vorjahr jedoch Abweichungen erkennbar: Deutschen Kunden wird von 44 Prozent der Betriebe eine gute bis sehr gute Zahlungsweise bescheinigt, den Luxemburgern dagegen von einem guten Drittel der Kunden. Über die Hälfte der Deutschen als auch der Luxemburger Kunden zahlen noch in befriedigender bis ausreichender Weise.
Immerhin zwölf Prozent der luxemburgischen Kunden zahlen nur mangelhaft bis ungenügend ihre Rechnungen; im vergangenen Jahr waren es nur sechs Prozent. Die Zahlweise der deutschen Kunden wurde dagegen nur von einem Prozent als mangelhaft bis ungenügend bezeichnet.Extra

Die Euro-Schuldenkrise ist aus Sicht von Ökonomen weiter das größte Risiko für die deutsche Wirtschaft. "Die Verschuldungskrise ist keineswegs überwunden", schreiben Wissenschaftler des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. Zwar habe sich die Wirtschaft positiv entwickelt — es sei jedoch "keineswegs gewährleistet", dass sich dies fortsetze. Zudem sehen Konjunkturforscher eine sinkende Wirtschaftsdynamik. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung werde im dritten Quartal die Wirtschaftsleistung um 0,8 Prozent über dem Vorjahresquartal liegen, im Vergleich zum zweiten Quartal sei dies nur ein Plus von 0,2 Prozent. dpa