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Gute Nachrichten für 28 000 Pendler

Gute Nachrichten für 28 000 Pendler

28 000 deutsche Luxemburg-Pendler können aufatmen. Nach TV-Informationen haben die Bundesrepublik Deutschland und das Großherzogtum Luxemburg eine Verständigungsvereinbarung für Grenzgänger unterzeichnet, die die Pendler entlastet.

Trier/Luxemburg/Berlin. Schon im Mai haben sich die beiden Länder über die Besteuerung von Grenzgängern geeinigt, die in Luxemburg angestellt sind, aber auch tagesweise in Deutschland arbeiten (der TV berichtete mehrfach). Nachdem hier eine für die Pendler günstige Neureglung gefunden wurde, blieben aber immer noch einige Fragen offen. "Die Fragen der Entschädigung und der Abfindung sind nun in der neuen Vereinbarung aufgegriffen worden", sagt der Luxemburg-Experte Stephan Wonnebauer. Der Trierer Fachanwalt für Steuerrecht hat sich auf seiner Internetseite ( www.steuerlux.de) schon kommentierend mit der Vereinbarung auseinandergesetzt. Das Bundesfinanzministerium hat gestern dem TV auf Anfrage nur die Unterzeichnung der Vereinbarung bestätigt. Details werden in den kommenden Tagen veröffentlicht.
Der Pressesprecher des Finanzamtes Trier, Jost Löns, sagte dem TV auf Anfrage: "Wir begrüßen eine verbindliche Einigung, die bestehende Zweifel abschließend klärt." Anfragen könnten vom Finanzamt erst beantwortet werden, wenn die offizielle Stellungnahme des Ministeriums vorliege. Laut Wonnebauer, der sich auf luxemburgische Quellen bezieht, können sich die Pendler aber freuen.
"Der in Luxemburg besteuerte Teil der Abfindungen und Entschädigungen bleibt nach der Vereinbarung für Grenzgänger nur in Luxemburg steuerpflichtig", sagt Wonnebauer. Wer bisher also in Deutschland Steuern auf Abfindungen gezahlt habe, könne die nach Ansicht des Fachanwalts nun zurückfordern.
Anderes gelte aber für den Teil einer Abfindung, die in Luxemburg steuerfrei war. "Abfindungen bezüglich der Auflösung eines Arbeitsvertrages werden demnach grundsätzlich anteilig in Deutschland und Luxemburg besteuert, je nach Anzahl der Auswärtstage", sagt Wonnebauer. Wer als Grenzgänger also 20 Auswärtstage in dem Kalenderjahr verzeichne, müsse auch 20/220 (Arbeitstage) der Abfindung in Deutschland versteuern. Wer allerdings nur 19 Auswärtstage habe, brauche auch die Abfindung nicht anteilig in Deutschland zu versteuern. "Hier muss man als Pendler überlegen, ob man in Luxemburg auf den Antrag auf Steuerbefreiung nicht besser verzichtet", bewertet der Steuerexperte diesen Sachverhalt.
Wer neben einer Abfindung von seinem Unternehmen aber auch freigestellt wurde, muss für die Zeit der Freistellung Steuern im Wohnland zahlen. "Einige Banken haben ihre Mitarbeiter bis zu zwei Jahren freigestellt", erzählt Wonnebauer aus seiner Erfahrung. Für diese Zeit erhalten die Mitarbeiter weiter ihren Bruttolohn, der dann, wenn sie in Deutschland wohnen, auch hier zu versteuern ist.
Bei der Vereinbarung haben sich die beiden Länder auch auf eine Meldepflicht verständigt. Nach Ansicht des Experten habe sich Luxemburg verpflichtet, Abfindungen an Deutschland zu melden. "Das geht inzwischen schon recht schnell", wie Wonnebauer bereits erfahren habe.