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Gutes Klima für Selbstständige

Gutes Klima für Selbstständige

Die Voraussetzungen für Unternehmensgründungen sind in der Region günstig: 2007 gab es rund 4500 neue Gewerbeanmeldungen - für Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer eine sehr gute Entwicklung.

Trier. Die beiden Wirtschaftskammern ziehen für das regionale Gründungsgeschehen im Jahr 2007 und im ersten Halbjahr 2008 eine positive Bilanz und bescheinigen der Region Trier ein günstiges Gründungsklima. Die hohe Selbstständigenquote stelle sich mit 11,8 Prozent positiver als im Land und im Bund dar (elf und 11,2 Prozent). Der Gründungssaldo, also die Differenz von Gewerbean- und -abmeldungen bewegt sich weiterhin im positiven Bereich. Mit 24,4 Prozent ist der Saldo sogar deutlich günstiger als im Durchschnitt des Landes (18,5 Prozent).

Starterzentrum der Kammern hilft



"Diese gute Entwicklung wurde durch das Engagement der Starterzentren der IHK und HWK Trier gestützt, die als erste Anlaufstelle für angehende Existenzgründer fungieren und Teil eines starken Netzwerkes von Partnern sind", sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Trier, Hans-Hermann Kocks, bei der Vorstellung der Zahlen.

Bei den Gewerbeanmeldungen haben die neuen Unternehmen aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich die Nase vorn. Sie vermeldeten 2007 rund 915 Neuanmeldungen, gefolgt von Trier-Saarburg (858), der Stadt Trier (788), dem Eifelkreis Bitburg-Prüm (671) und dem Vulkaneifelkreis Daun (495).

Für HWK-Hauptgeschäftsführer Hans-Hermann Kocks lässt sich die Gründerfreude auch an der Lage ablesen: "Je näher die Lage an Luxemburg ist, umso geringer ist die Gründerquote. Vielleicht ist für viele eine Arbeitnehmertätigkeit in Luxemburg noch attraktiver als die Selbstständigkeit."

Armin Hartlieb, Existenzgründungsberäter bei der IHK Trier, sieht im Bereich von Industrie und Handel ganz spezifische Gründungsursachen. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Unternehmen um 21 Prozent gewachsen. "Die wichtigsten Gründungsbranchen sind bei den Dienstleistungen die Finanzberatung, Handelsvertreter, Versicherungsvermittler und Hausmeisterdienste. Im Einzelhandel dominieren Gründungen in den Bereichen ‚Textilien' und ‚Geschenkartikel' und der Bereich Tourismus und Gastronomie", sagt Hartlieb.

"Im Handwerk gab es bei den ‚Meisterberufen' die meisten Gründungen bei Friseuren, KFZ-Technikern, in der Elektrobranche, bei Maurern und im Metallbau", sagt HWK-Gründungsberater Christian Neuenfeldt. Für mehr Konkurrenz sorgen bei Berufen, die keinen Meisterbrief mehr bedürfen vor allem Kosmetikerinnen, Fliesenleger und Gebäudereiniger.

Dennoch kann die HWK ein "Comeback des Meisterbriefs" erkennen. Knapp 38 Prozent der Gründungen gehen auf Handwerker mit Meisterbrief zurück. Bundesweit sind es lediglich rund 25 Prozent.

IHK und HWK haben aber noch einen "Gründungstrend" ausgemacht. "Die Frauen sind bei den Gründungen auf dem Vormarsch", sagt Neuenfeldt.

Mit dem gemeinsamen Starterzentrum der Handwerkskammern und der Industrie- und Handelskammern haben angehende Unternehmer in Rheinland-Pfalz eine gute Unterstützung beim Sprung in die Selbstständigkeit, findet IHK-Geschäftsführer Lothar Philippi: "Zum Jahresbeginn 2007 ist der Startschuss für die elektronische Erfassung von Gewerbean-, um- und -abmeldungen in den Starterzentren in Rheinland-Pfalz gefallen. Dies steht für zwei zentrale Zielsetzungen der Kammern: Bürokratieabbau und konsequente Fortführung des ‚One-Stop-Shop'-Gedankens."

Inzwischen beraten die Kammern jeden zweiten Betrieb bei seiner Gründung. "Das ist eine hohe Zahl, die wir aber noch steigern wollen", sagt Lothar Philippi.