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Häuslebauern drohen höhere Steuern in Rheinland-Pfalz

Häuslebauern drohen höhere Steuern in Rheinland-Pfalz

Wer ein Haus bauen oder kaufen will, könnte künftig stärker zur Kasse gebeten werden. SPD und Grüne denken bei ihren Koalitionsverhandlungen auch darüber nach, die Grunderwerbssteuer zu erhöhen. Sie fällt bei allen Grundstückskäufen an, egal ob diese bebaut oder unbebaut sind.

Der Steuersatz beträgt derzeit in Rheinland-Pfalz 3,5 Prozent. Wer also zum Beispiel einen Kaufpreis von 100.000 Euro zahlt, muss 3500 Euro Steuern entrichten. Erwogen wird in Mainz, den Satz auf fünf Prozent zu erhöhen, wie es Rot-Grün gerade in Baden-Württemberg beschlossen hat. Das würde bedeuten, dass demnächst in Rheinland-Pfalz 5000 Euro Grunderwerbssteuer bei dem angenommenen Kaufpreis zu zahlen wären.

Grundsätzlich ist der Steuersatz auf 3,5 Prozent festgelegt, die Bundesländer dürfen jedoch davon abweichen. Andere Länder wie Brandenburg, Berlin, Sachen-Anhalt, Niedersachsen oder das Saarland haben diese Möglichkeit schon genutzt.

Die Grunderwerbssteuer ist praktisch die einzige Steuer, die von den Ländern selbstständig zu einer Steigerung ihrer Einnahmen genutzt werden kann. Angesichts von 34 Milliarden Euro Schulden, eines notwendigen strikten Sparkurses und dadurch bedingter enger Handlungsspielräume könnte Rot-Grün die finanzielle Grundlage für politische Wünsche schaffen.

Bei einer Erhöhung des Steuersatzes um 1,5 Prozent würde das laut Finanzministerium etwa 80 Millionen Euro jährlich zusätzlich in die Kasse spülen. (fcg)