Hahn bekommt Zuwachs

Hahn. (lrs/red) Am Hunsrück-Flughafen Hahn sollen im Zuge neuer Flugverbindungen der British Airways World Cargo bis 2005 rund 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Das teilte die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH am Donnerstag in Hahn mit.

Die ersten zwei Starts der Airline von dem ehemaligen US-Fliegerhorst aus waren für Donnerstagabend geplant. Nach eigenen Angaben gehört die Airline zu den zehn größten Frachtfluggesellschaften der Welt. Künftig werde jede Woche vom Hunsrück aus einer ihrer Jumbo-Jets mit Zwischenlandung in Accra (Ghana) nach Johannesburg (Südafrika) und ein zweites Flugzeug dieses Typs mit Zwischenstopp in Bahrain nach Hongkong fliegen. Die bislang von Frankfurt und Köln-Bonn aus gestarteten Boeing-Maschinen hätten eine Frachtkapazität von jeweils 110 Tonnen. In Branchenkreisen heißt es, die langfristig für die Flughäfen Frankfurt/Main und Köln-Bonn erwarteten Nachtflugverbote hätten bei der Entscheidung von British Airways World Cargo für Hahn mit seinem unbefristeten 24-Stunden-Betrieb ein wichtige Rolle gespielt. Die beiden größeren Flughäfen werden allerdings weiterhin noch von anderen Maschinen der britischen Frachtfluggesellschaft angeflogen. Wegen der zu kurzen Landebahn auf dem Hahn sind derzeit aber noch die Zwischenstopps notwendig. Hinsichtlich der Verlängerung der Hahn-Startbahn "werden wir in nächster Zeit zu einem Ergebnis kommen", kündigte Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage gestern bei der offiziellen Bekanntgabe der neuen Hahn-Verbindungen an. "Uns hat das Engagement auf dem Hahn überzeugt", nannte BA-Cargo-Sprecher Joachim Klecha einen Grund für den Umzug. British Airways World Cargo mit Hauptsitz in London transportiert nach eigenen Angaben jedes Jahr fast 900 Millionen Kilogramm Fracht auf nahezu 200 Strecken in mehr als 80 Länder. Indes befürchtet die "Bürgerinitiative gegen den Nachtflug", dass allenfalls "mehr Last, kaum Nutzen" auf den Hahn zukommt. BI-Sprecherin Bärbel Anton: "Die erste Maschine soll Freitagnachts starten, nach dem Rückflug am Tag jedoch in Frankfurt landen. Hahn soll also nur nachts genutzt werden, weil für Frankfurt die gleiche Lärmrestriktion gilt wie für Köln-Bonn. Für den dünn besiedelten Hunsrück gilt das anscheinend nicht."

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