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Hanfhemden und gesunde Ernährung

Hanfhemden und gesunde Ernährung

Fast 200 Aussteller, rund 15 000 Besucher, zufriedene Anbieter und Veranstalter: Die Umweltmesse Oekofoire in Luxemburg war auch in diesem Jahr wieder Anziehungspunkt für ökologisch Interessierte aus der Großregion.

Luxemburg. Leander und Laurenz hatte es besonders der Eisbär von Greenpeace angetan. Die beiden Elfjährigen - und viele weitere Besucher der Oekofoire in den Messehallen auf dem Luxemburger Kirchberg - informierten sich bei der Umweltorganisation über das Projekt "Rettet die Arktis", und der lebensgroße Eisbär lockte vor allem die kleinen Besucher an.
Öko und Bio liegen auch in der Region voll im Trend - das bewies die größte Umweltmesse der Großregion aufs Neue. Rund 15 000 Besucher wurden an den drei Ausstellungstagen gezählt - wer aber ist der typische Gast? Da ziehen selbst die Aussteller, wie Guy Thill vom "Grünen Korb", der Bio-Körbe im Abonnement mit saisonalem einheimischen Obst und Gemüse anbietet, die Schultern hoch: "Den gibt es nicht." Was auch logisch ist angesichts des Spektrums, das die rund 190 Aussteller anbieten.
Ein Schwerpunkt liegt traditionell auf der gesunden Ernährung - von Bio-Weinen und Bio-Säften über Obst und Gemüse, Käse oder fair gehandelte Lebensmitteln. Und was man aus den gerade gekauften Produkten zubereiten kann, zeigte die bekannte Köchin Lydie Muller-Philippy in mehreren Vorführungen und "Kochduellen" unter dem Motto "Frëscht Geméis aus eise Gäert - einfach, awer gutt!" (Frisches Gemüse aus unseren Gärten - einfach, aber gut). "Da sind viele interessante Tipps dabei gewesen", freute sich Ingrid Schmig aus der Eifel, die zudem wegen des zweiten Schwerpunkts ökologisches Bauen und Wohnen nach Luxemburg gekommen war, zu dem es zahlreiche Fachvorträge im Rahmenprogramm gab.
Interessiert betrachtete Schmig zum Beispiel energiesparende Dämmtechniken - wie den Einsatz von Hanf, der gleich nebenan auch in Form von Hemden verkauft wurde. Gerade im Bereich Bauen, aber auch umweltfreundliche Energien, fanden sich viele Aussteller von diesseits der Grenze wieder, die schon seit Jahren in Luxemburg tätig sind.
Neben den biologisch abbaubaren Haushaltsreinigern ging es um ökologischen Tourismus, daneben wurden umweltfreundliche Verkehrskonzepte für die Zukunft vorgestellt und diskutiert, wiederum etwas weiter ging es um gentechnikfreies Saatgut - die Mischung und Themenvielfalt macht die Oekofoire eben besonders. Und weil sich die Ausstellung als Messe für die ganze Familie sieht, gab es auch viele Mitmachstände für Kinder zu diversen ökologischen Themen. Auch wenn die meisten Messebesucher aus Luxemburg kamen, war die Oekofoire auch in diesem Jahr wieder von vielen Deutschen besucht worden. "Natur, Umwelt und Ökologie hören eben nicht an Grenzen auf", lautet das Motto der Messe.
Und weil am 20. Oktober im Nachbarland Nationalwahlen sind, fanden sich bunt gemischt zwischen den Ausstellern auch alle großen luxemburgischen Parteien mit ihren Ständen - durchaus gewollt vom Veranstalter "Mouvement Ecologique". Denn die Messebesucher sollten nicht nur den Parteien zum Thema Ökologie auf den Zahn fühlen, sondern auch generell ihre Hoffnungen und Wünsche an die künftige Regierung formulieren. Und ausgerechnet einige Parteien "verstießen" gegen ein ungeschriebenes Gesetz der Oekofoire. Ihre Geschenke verpackten sie in Plastiktüten, was eigentlich gar nicht geht.