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Harter Kampf kurz vor dem Abschluss: Transfergesellschaft soll Franklin-Mitarbeitern bei der Suche nach neuen Jobs helfen

Harter Kampf kurz vor dem Abschluss: Transfergesellschaft soll Franklin-Mitarbeitern bei der Suche nach neuen Jobs helfen

Nach einem wochenlangem Arbeitskampf haben sich die IG Metall und der Spezialmotorenhersteller Franklin Electric auf einen Sozialtarifvertrag für knapp 100 Mitarbeiter geeinigt. Kernstück der Einigung ist eine Transfergesellschaft, in der die betroffenen Mitarbeiter qualifiziert werden.

Kaum ein Tag in den vergangenen Wochen, in denen die in der Gewerkschaft organisierten Mitarbeiter von Franklin Electric nicht mit Streiks, Aktionen und Protesten gegen den Abbau ihrer Arbeitsplätze für Aufsehen gesorgt haben. Nun haben sich die Verhandlungsführer der IG Metall mit der Geschäftsführung des Unternehmens auf Modalitäten geeinigt. Heute müssen allerdings noch die Gewerkschaftsmitglieder dem Abschluss zustimmen.

Worum geht es? Anfang Juli hatte der Spezialmaschinenhersteller die Verlagerung seiner Produktion von Wittlich nach Brno (Tschechien) angekündigt. Rund hundert Mitarbeiter sollten dabei ihren Job verlieren. Nur Labor, Auslieferungslager, Service und Vertrieb sollten weiter in Wittlich bleiben - mit rund 60 Mitarbeitern. Die Gewerkschaft ging für und mit ihren Mitgliedern auf die Barrikaden.
"Das waren sehr schwierige und anstrengende Verhandlungen", sagt der IG-Metall-Bevollmächtigte für die Region Trier, Roland Wölfl.

Das Ergebnis: Nun haben sich beide Tarifseiten geeinigt: Für die 87 organisierten Mitarbeiter gibt es laut IG Metall ab Januar einen Tarifzuschlag von 210 Euro. Es wird zudem eine Tarifgesellschaft angeboten, die sich an die Kündigungsfristen der Mitarbeiter anschließt und auf zwölf Monate ausgelegt ist. "Zum 1. Juli, nach Ende ihrer Kündigungsfristen, können dort 35 Mitarbeiter und zum 1. Januar 2016 die übrigen Mitarbeiter eintreten", sagt Wölfl. Damit wären die Mitarbeiter vom Januar an ein halbes beziehungsweise ein ganzes Jahr freigestellt. In der Tarifgesellschaft selbst werden die ehemaligen Mitarbeiter qualifiziert und können sich konzentriert auf die Jobsuche machen. "Bei einem durchschnittlichen Alter von 53 Jahren ist dies für die Menschen besonders wichtig. Es wird nicht so einfach, eine neue Stelle zu finden. Viele große Unternehmen fahren derzeit ihre Stammbelegschaft zurück", sagt Roland Wölfl.

In dieser Phase erhalten die ehemaligen Franklin-Electric-Beschäftigten rund 80 Prozent ihres letzten Nettos ausgezahlt.
"Der Abschluss ist zumindest die Chance, die Auseinandersetzung nun friedlich und vernünftig abzuschließen," findet Wölfl.

Für die Urabstimmung hofft er auf eine deutliche Mehrheit.