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Hase Kaminofenbau aus Trier: Heiße Öfen haben weltweit Erfolg

Serie Hidden Champions : Heiße Öfen aus Trier: Mit innovativer Idee zu weltweitem Erfolg

31 Unternehmen aus der Region Trier sind so innovativ, dass sie führend auf dem Weltmarkt oder in ihrer Branche sind. Zu diesen sogenannten Hidden Champions gehört auch das Unternehmen Hase Kaminofenbau aus Trier.

Was als Nebenprojekt eines Architekten begann, hat sich zu einem Hidden Champion entwickelt: Hase ist bei holzbeheizten Kaminöfen inzwischen weltweit ein Name im gehobeneren Qualitätssegment. Das mittelständische Unternehmen setzt dabei auf Produktion und Entwicklung in eigener Hand.

Warum Hase Kaminofenbau Forschung, Entwicklung, Metallbau und Keramik am Standort Trier konzentriert

Ein Motto zieht sich bei Hase wie ein roter Faden durch: Möglichst alles wird in eigener Regie am Firmenstandort Trier in die Hand genommen. In einer Zeit, als andere in der Kaminofen-Branche stark auf Ausgliederung einzelner Produktionsteile und Verlagerung ins Ausland setzten, holte sich das Unternehmen über die Jahre immer mehr Bereiche ins eigene Werk. Um Metallbau und Keramik kümmert man sich gleichermaßen selbst wie um Forschung und Entwicklung. Auf zwei eigenen Brennständen wird beispielsweise unter Laborbedingungen neue Technik erprobt. All das diene dem Ziel, die selbst gesteckten Qualitätsansprüche umzusetzen, begründet Geschäftsführerin Eva Maria Blasius. „Wenn mal Probleme auftauchen, lassen sie sich direkt hier vor Ort klären und wir können schnell reagieren“, nennt sie einen wichtigen Vorteil dieser Selbst-Mach-Philosophie. Mit der Ausrichtung auf gehobene Standards bei Qualität und Service ist es Hase gelungen, weltweit Märkte für ihre Kaminöfen zu erschließen. Niederlassungen in Frankreich und der Schweiz bedienen diese beiden wichtigen Länder, aber auch in den USA und Südostasien gibt es rege Nachfrage.

Wie aus einer Blitzidee der Hidden Champion Hase Kaminofenbau wurde

Aus der Garage hinaus in die Welt – dieser Klassiker der Gründungsgeschichte trifft auch bei Hase zu. Ende der 1970er Jahre kletterten die Preise für den Hausbau in schwindelnde Höhen und daher hatte Walter Blasius in seinem erlernten Beruf als Architekt nur noch wenige Aufträge zu bearbeiten. Da er aber gleichzeitig selbst ein Eigenheim baute, erregte ein anderes Thema seine Aufmerksamkeit: Heizen. Statt rein auf eine Öl-Anlage zu setzen, wünschte er sich eine hybride Lösung mit einem zusätzlichen, holzbefeuerten Ofen. Doch ein passender Kompakt-Kamin war auf dem Markt nicht zu finden. Also wandte sich Blasius an einen befreundeten Schlosser und entwickelte gemeinsam mit ihm einen eigenen Ofen. Das Ergebnis begeisterte nicht nur viele Freunde und Bekannte: Schnell wurde klar, dass sich dieses neue Produkt auch verkaufen ließ. Die Hase Kaminofen GmbH entstand und zog 1984 auf das heutige Firmengelände im Eurener Gewerbegebiet.

Mit welcher Firmenphilosophie Hase Kaminofenbau Erfolg hat

Als Garant für unternehmerischen Erfolg sieht die Hase-Geschäftsleitung das Gemeinschaftsgefühl im Betrieb: Alle sollen sich mit ihren Talenten in die Einheit einbringen. Um dies zu fördern, setze man auf flache Hierarchien und eine Kultur der offenen Fehleraussprachen, sagt Blasius. Jeder Mitarbeiter soll nicht nur die Möglichkeit haben, eigene Ideen und Verbesserungsvorschläge einzubringen – es werde vielmehr ausdrücklich gewünscht. Entsprechend sei die Prüfung der Passgenauigkeit für dieses Teamverständnis wesentlicher Teil des Einstellungsverfahrens. Wer stets nur nach Vorgabe sein Programm abarbeiten möchte, wird hier vermutlich weniger glücklich. Neue Aufgaben auszuprobieren, wird hingegen im Unternehmen gefördert. Mitarbeiter sollen die Chance erhalten, auch verborgene Fähigkeiten an sich zu entdecken. „Wir nennen das gerne Wachküssen“, beschreibt Blasius diese Unternehmensphilosophie.

Zum familiären Miteinander gehört für die Chefin außerdem Flexibilität: „Wenn jemand mal unplanmäßig nach Hause muss, weil die Kinder krank sind, gibt es da nicht erst große Diskussionen.“ Gemeinsame Feiern und kulturelle Ereignisse haben bei Hase ebenfalls Tradition. Immer zu seinem Geburtstag brachte Firmengründer Walter Blasius Erdbeerkuchen mit – auch heute noch gehört das jeden April dazu. Weihnachtsgeschenke für die Belegschaft und Betriebsausflüge sind ebenfalls feste Einrichtungen. Durch Tagespraktika in anderen Abteilungen hat außerdem jeder die Möglichkeit, alle Teile des Unternehmens kennenzulernen.

Ausbildung von Fachkräften und Heizen mit IQ

Heizen mit Holz, möglichst frei von Emissionen – dieses Ziel verfolgt Hase mit seiner Forschung und Produktentwicklung. Es wird zwar rein vom chemischen Prozess her nicht gänzlich zu verhindern sein, dass beim Verbrennen von Holz Schadstoffe wie Feinstaub oder Kohlenmonoxid entstehen. Doch durch den Einsatz von Katalysatoren und automatisierten Steuersystemen lassen sich diese negativen Auswirkungen auf ein absolutes Mindestmaß senken. Mit Technologien wie den neuen IQ-Öfen will man bei Hase ein umweltfreundliches Heizen mit Holz ermöglichen. Denn dieser Aspekt werde für die Kaufentscheidungen von Kunden künftig noch wichtiger werden, ist die Geschäftsführung überzeugt.

Ein weiteres Feld, dass sich das Unternehmen für die nächsten Jahre ins Aufgabenbuch geschrieben hat, ist Integration. Gerade bei den Auszubildenden sei man schon jetzt bemüht, neue Leute mit Migrationshintergrund zu gewinnen. Mit einem Anteil von 17 Prozent der Gesamtbelegschaft spielen eigene Azubis generell eine gewichtige Rolle bei der Fachkräftegewinnung. Sprachliche und kulturelle Hürden sollen dabei Bewerbern nicht im Weg stehen. Deshalb arbeite man zurzeit an Ausbildungskonzepten, die diese Themen noch stärker berücksichtigten.