HINTERGRUND

Probleme der Automobil-Branche Nach der Heister-Gruppe und BWM-Schäfer ist mit der Tix-Gruppe in jüngster Zeit schon das dritte große Autohaus in der Region von einem Insolvenzverfahren betroffen. Der TV dokumentiert branchenspezifische Probleme.Hoher Kapitalbedarf: "Viele Neu- und Gebrauchtwagen, Ersatzteile und Zubehör vorzuhalten, kostet viel Geld, das mit übersichtlichen Deckungsbeiträgen erwirtschaftet werden muss.

Autos sind relativ schnell erheblich teurer geworden", sagt Peter Karst, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bernkastel-Wittlich.Hohe Personalkosten: Bei der heute üblichen, von Autoherstellern und Kunden verlangten konsequenten Service-Orientierung brauchen Autohäuser viel Personal. Einerseits gibt es besonders arbeitsintensive Phasen wie in der Werkstatt das Wechseln von Sommer- auf Winterreifen. Andererseits müssen die dann benötigten Mitarbeiter auch in der "Saure-Gurken-Zeit" bezahlt werden. Karst: "Kunden sind weniger bereit, auf eine Leistung zu warten."Hohe Rabatte: Die Differenz zwischen dem Einkaufspreis eines Autos beim Hersteller und der unverbindlichen Preisempfehlung für den Verkauf ist nur die theoretische Gewinnmarge des Händlers. Denn in der Praxis hat sich die Gewohnheit eingespielt, Kunden aufgrund des Konkurrenzdrucks hohe Rabatte zu gewähren.Spekulationen: Ein zweischneidiges Schwert sind die so genannten Verkaufsförderprogramme. Verkauft der Händler innerhalb eines Jahres eine bestimmte Anzahl von Fahrzeugen, bekommt er dafür einen Bonus vom Hersteller. Verspekuliert der Händler sich jedoch, indem er hohe Rabatte gewährt und am Jahresende nicht die erforderliche Stückzahl erreicht, wird es eng. Unsicher ist auch der Ansatz, Wagen zu Billig-Preisen zu verkaufen in der Hoffnung, anschließend an dem so gewonnenen Kunden durch fällige Inspektionen oder Reparaturen seines Wagens zu verdienen. Bleiben diese Aufträge aus, geht die Rechnung für den Händler nicht auf.Hohe Standards: Die Hersteller fördern den Konzentrationsprozess in der Automobilbranche, weil sie so ihre Vertriebskosten senken können. Die Abwicklung mit einem Generalvertreter in einer Region ist günstiger als mit vielen kleinen Partnern. Vor diesem Hintergrund üben Hersteller Druck auf Händler aus, in allen Bereichen hohe Standards zu erfüllen. Sie machen genaue Vorgaben, von der Bauweise der Häuser über die Präsentation der Wagen bis zum Service. Diese Standards zu erfüllen und Zertifizierungen zu erlangen, ist mit hohen Kosten und viel Aufwand verbunden. Die Bedienung der insgesamt nötigen Kredite kann Händlern den Hals zuschnüren. (cus)

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