Höherer Milchpreis

KRUFT/THALFANG. (hw) Die Hochwald-Gruppe mit Stammsitz in Thalfang (Kreis Bernkastel-Wittlich) hat 2005 einen Umsatz von rund 1,03 Milliarden erzielt. Nach Jahren der Zukäufe und Fusionen sind nun die Zeichen auf Konsolidierung gestellt. Zudem sollen die Milcherzeuger der Hochwald in diesem Jahr einen höheren Milchpreis bekommen, sagte Hauptgeschäftsführer Karl-Heinz Engel bei der Vertreterversammlung in Kruft.

Die Milchbauern in Deutschland durchleben derzeit stürmische Zeiten: In der Milchpolitik vollzieht sich nach den EU-Reformen ein Wandel. Während so beispielsweise die Milch Union Hocheifel mit der Humana fusionieren will (siehe auch Extra), brechen beim rheinland-pfälzischen Mitbewerber, der Hochwald-Gruppe in Thalfang, wohl ruhigere Zeiten an. Die Hochwaldnahrungsmittelwerke planen in den kommenden zwei Jahren keine weiteren Fusionen, sagte die Unternehmensführung. Man wolle sich verstärkt für stabile Milchpreise einsetzen. 2005 lag man mit 27,57 Cent pro Kilo Standardmilch im oberen Level bei den deutschen Molkereien. Bei Molkereidurchschnittswerten (Fettgehalt von 4,20 Prozent, Eiweißgehalt von 3,38 Prozent) erhielten die Milcherzeuger der Hochwald - einschließlich Nachzahlung und Mehrwertsteuer - 31,57 Cent je Kilo Milch. "Im Jahr 2006 sind die Auszahlungspreise bei Hochwald entgegen dem allgemeinen Trend sogar noch leicht gestiegen", sagte Hochwald-Chef Karl-Heinz Engel gestern dem TV. Besonderes Augenmerk möchte die Gruppe dem "weiteren Ausbau des Exports" widmen. Die Gruppe will den Exportanteil am Gesamtumsatz von 35 auf rund 40 Prozent steigern. Auch der Umsatz für 2006 wird sich nach Unternehmensangaben auf "annähernd 1,1 Milliarden Euro erhöhen". Im Rahmen der Spezialisierung und Standortkonzeption sind gerade die Milchwerke Hillesheim und Wohratal geschlossen worden, während die Milchwerke Erftstadt in NRW (Kondensmilch, Sprühsahne, Milchmischgetränke, Sahnekännchen), Kaiserslautern (H-Milch und H-Produkte) sowie Hungen (Frischprodukte) und Hünfeld (Käse), beide in Hessen, weiter ausgebaut werden. Die Gruppe ist mit einer Produktion von 1,8 Milliarden Litern im Jahr die drittgrößte Molkerei in Deutschland. Die Mitarbeiter-Zahl von 1600 soll stabil bleiben.