Hoher Milchexport 2007

2007 war für die deutsche Milchwirtschaft ein gutes Jahr: Wie der Deutsche Raiffeisenverband gestern mitteilte, stiegen die Exporte zweistellig. Inzwischen hat sich die Lage aber auch wieder gedreht.

Trier/Thalfang. (hw) Der Milchexport der Molkereigenossenschaften boomt. Die Unternehmen der Molkereiwirtschaft führten im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund 2,32 Milliarden Euro aus, teilte der Deutsche Raiffeisenverband am Freitag in Berlin mit. Das waren etwa 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt exportierten die 127 deutschen Genossenschaftsunternehmen Produkte im Wert von rund 3,63 Milliarden Euro. Das war ein Plus von 17 Prozent. Am kräftigsten wuchs der Export bei Warengenossenschaften - um 20 Prozent auf 681 Millionen Euro, der Löwenanteil war Getreide. Die Ausfuhren der Vieh- und Fleischwirtschaft kletterten um 13 Prozent auf 457 Millionen Euro.

Die Hochwald-Molkerei, die drittgrößte deutsche Molkerei mit Sitz in Thalfang (Landkreis Bernkastel-Wittlich), hat indes Zahlen fürs erste Halbjahr 2008 vorgelegt. Der Gesamtumsatz der Molkerei-Gruppe stieg laut Unternehmensangaben in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahr um rund 14,9 Prozent auf rund 639 Millionen Euro. Im Milchsektor hätten die Preiserhöhungen allerdings zu einem Nachfragerückgang in Deutschland und auch im Export geführt. Die Kosten stiegen insgesamt an: Insbesondere bei den Energiekosten und den Betriebsstoffen seien regelrechte Kostenexplosionen zu verkraften.

Gerade der Export ist für die deutsche Milchbranche ein wichtiger Absatzkanal. In einigen Warengruppen, darunter Käse, Konsummilch, Joghurt, Kondensmilch und Magermilchpulver, ist Deutschland der größte Exporteur unter den EU-Ländern.

Die Ausfuhren Deutschlands an Milchprodukten entsprechen laut Milch-Industrie-Verband rund 44 Prozent der Milchmenge, die in Deutschland verarbeitet wird. Das sind etwa 12,6 Millionen Tonnen Milch. Rund 40 Prozent würden über den Lebensmitteleinzelhandel abgesetzt.