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"Ich bin ein sehr farbenfroher Mensch"

"Ich bin ein sehr farbenfroher Mensch"

Tee oder Kaffee? Fotos von der Familie oder Kunstdrucke? Schnitt- oder Topfblumen? In dieser Serie besucht der Trierische Volksfreund Chefs von Unternehmen und Organisationen der Region Trier in ihrem Büro - und lässt sie erzählen, warum sie ihren Arbeitsplatz so und nicht anders eingerichtet haben. Heute ist der TV zu Gast bei Petra Ziewers, Geschäftsführerin des Familienunternehmens Bauelemente Ziewers GmbH in Plascheid (Verbandsgemeinde Neuerburg).

I n diesem Büro arbeite ich seit meinem Einstieg in das Familienunternehmen im Jahr 2001. Ich teile es mit meinem Vater Alfred Ziewers - wir sind beide geschäftsführende Gesellschafter.
Unsere Schreibtische haben in den vergangenen Jahren mehrmals ihre Position gewechselt - die jetzige Lösung ist optimal: Wir sitzen uns gegenüber, in der Mitte und als Trennung der Arbeitsbereiche ist etwas erhöht eine Ablagefläche, auf der sich Unterlagen ablegen lassen, die der jeweils andere bearbeiten muss. Ganz wichtig ist der Besprechungstisch, etwa für Gespräche mit Mitarbeitern - dann muss man nicht immer den kompletten Schreibtisch leerräumen. Da ich ein sehr farbenfroher Mensch bin, wurden die Wände in einem dunklen Rotton gestrichen: Er strahlt Wärme aus und lässt an Sonnentage denken, auch wenn das Wetter gerade nicht so schön ist.
Musik kann ich beim Arbeiten überhaupt nicht hören - ich finde es herrlich, wenn es einmal ruhig ist und auch das Telefon nicht klingelt. Das gehört zusammen mit dem Computer zum wichtigsten Arbeitsgerät. Der PC wird morgens als erstes angemacht und während er hochfährt, mache ich Kaffee. Mein Vater arbeitet zwar auch überwiegend am PC - aber auf manche Dinge will er nicht verzichten. So hat er etwa die Kalkulationslisten noch auf Papier und in Folien sortiert immer griffbereit, während ich sie digital abrufe.
Die Türen stehen hier eigentlich immer offen. Eine führt zum Empfangsbereich, dort sitzen drei Mitarbeiter mit Blick in die Ausstellungsräume. Damit auch wir mitbekommen, wenn ein Kunde kommt, sind draußen zwei Spiegel so angebracht, dass sie von den Bürofenstern aus zu sehen sind und zeigen, was sich im sogenannten Ideenpark so tut. Ich bin viel im Betrieb unterwegs, um die Dinge möglichst im persönlichen Gespräch mit den zuständigen Mitarbeitern zu besprechen.
Das geht meist besser als über das Telefon. Wobei es schon klasse ist, dass man heute dank des Handys überall erreichbar ist - über Anrufe aber auch per E-Mail.
Mein Mann arbeitet ebenfalls im Betrieb, er ist der Technische Leiter. Wir haben zwei Kinder: Eine zwölfjährige Tochter und einen fast dreijährigen Sohn. Deswegen bin ich an drei Tagen in der Woche nur vormittags im Unternehmen, aber eben trotzdem stets erreichbar.
Mein Telefon ist nie ausgestellt - außer im Urlaub. Es gibt einige Mitarbeiter, die die Verantwortung für diese Zeit übernehmen und uns kompetent vertreten können. Jeden Mittag trifft sich die Familie zum Essen. Meistens koche ich. Man glaubt gar nicht, was man in 30 Minuten alles zubereiten kann …
Das gemeinsame Essen ist sehr wichtig für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Es gibt ganz viele Vorteile, wenn man so nah wohnt und mehrere Familienmitglieder im gleichen Unternehmen arbeiten. Aber auch Nachteile: Etwa, dass mittags dann doch noch schnell das eine oder andere abgesprochen wird. Unsere Tochter sagt dann schonmal beim Essen: "Heute wird aber mal nicht über die Arbeit gesprochen."

Aufgezeichnet von Ariane Arndt-Jakobs
Extra

Ursprünglich wollte Petra Ziewers nicht in den 1991 von ihrem Vater gegründeten Betrieb einsteigen. Sie schloss im Jahr 1995 in Wittlich ihre Ausbildung zur Krankenschwester ab und arbeitete drei Jahre in diesem Beruf. Ab Sommer 1998 habe sie dann immer wieder auf Messen und Ausstellungen ausgeholfen - und Spaß an dieser Arbeit gefunden, erzählt sie. Schließlich machte sie eine Umschulung zur Industriekauffrau und stieg 2001 in die Bauelemente Ziewers GmbH ein, die sie heute zusammen mit ihrem Vater leitet. "So sehr ich in jungen Jahren davon überzeugt war, dass ein Einstieg keine Option für mich ist, so sehr liebe ich diese Arbeit nun", sagt die 38-Jährige heute. Die GmbH ist spezialisiert auf Wintergärten, Insektenschutz, Beschattungen, Überdachungen und Verglasungen. Das Unternehmen zählt 30 Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende. arn www.ziewers.de