"Ich blicke auf vier Weltkulturerbestätten"

"Ich blicke auf vier Weltkulturerbestätten"

Tee oder Kaffee? Fotos von der Familie oder Kunstdrucke? Schnitt- oder Topfblumen? In dieser Serie besucht der Trierische Volksfreund Chefs von Unternehmen und Organisationen der Region Trier in ihrem Büro - und lässt sie erzählen, warum sie ihren Arbeitsplatz so und nicht anders eingerichtet haben. Heute ist der TV zu Gast bei Remigius Kühnen, der als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Trier für den Bereich Unternehmenssteuerung und -überwachung zuständig ist.

W er kann schon sagen, dass er von seinem Büro aus auf vier Weltkulturerbestätten blickt? Jeden Morgen sehe ich als erstes den Dom von seiner schönsten Seite - die Nordfassade, die kaum jemand kennt. Darüber lugt der Vierungsturm der Liebfrauenkirche. Außerdem schaue ich auf die Basilika und die Porta Nigra.
Dieser einmalige Blick vor allem auf den Dom, der zwischen den Fensterrahmen wie ein Gemälde aussieht, trägt zur Arbeitszufriedenheit bei. Ich liebe meine Heimatstadt Trier - was Besseres als die Tätigkeit im Vorstand unserer Sparkasse und das in diesem Büro konnte mir gar nicht passieren. Es liegt in der fünften Etage. Ich sage immer: Als Vorstand braucht man schließlich den entsprechenden Weitblick ... Vor etwa zehn Jahren sind wir von der ersten Etage hoch gezogen, damals wurde hier alles komplett umgebaut.
An den Wänden meines Büros hängen - so wie im gesamten Gebäude - Bilder von regionalen Künstlern. Die Sparkasse unterstützt die Kultur- und Kunstszene als Mäzen nicht nur durch Spenden, sondern auch über Ankäufe. Bei mir sind zum Beispiel Gemälde vom Bildhauer und Maler Jupp Zimmer und dem Künstler Peter Krisam zu sehen sowie das letzte Bild, das Anton Veit vor seinem Tod gemalt hat. Leider konnte er es nicht mehr signieren. Hinter meinem Schreibtisch hängen zwei Aquarelle von Viktoria Prishedko. Und dann gibt es noch zwei gezeichnete Porträts von meinem Sohn und meiner Tochter, die sie mir 1996 zum Geburtstag geschenkt haben. Den kleinen Sekretär, auf den ich von meinem Schreibtisch aus blicke, habe ich von einem Mitarbeiter übernommen. Angeblich stammt er von Wilhelm von Haw, der von 1818 bis 1839 Oberbürgermeister von Trier war - also auch im Gründungsjahr der Sparkasse 1825.
Der verwinkelte Grundriss des Raumes macht mein Büro anheimelnd, durch die breiten Fensterfronten ist es lichtdurchflutet. Ich habe es bewusst wohnlich eingerichtet, schließlich bin ich an Arbeitstagen von etwa 8.30 Uhr bis 18.30 Uhr hier. Falls ich keine Außentermine habe, was relativ häufig vorkommt. In meiner Terminplanung bin ich oft fremdbestimmt, da ich in zahlreichen Gremien der Deutschen Sparkassenorganisation und anderen überregionalen Institutionen, zum Beispiel des Deutschen Industrie- und Handelskammertags und der Provinzial Versicherungsanstalten, vertreten bin. Auch durch mein umfangreiches ehrenamtliches Engagement stehen oft nach der Arbeit weitere Termine an, so dass von der eigentlichen Freizeit nicht viel übrig bleibt.
Mein Handy bleibt nach Feierabend an, doch die Nummer haben nur ganz wenige Menschen, die mich auch nur dann anrufen, wenn es dringend ist. Ich telefoniere ohnehin nur so viel wie nötig und bespreche Dinge lieber von Angesicht zu Angesicht. So lassen sich nonverbale Reaktionen besser beobachten, auf die man dann wiederum direkt eingehen kann. Dies ist nicht nur persönlicher, sondern auch effektiver.
Mein Schreibtisch macht immer einen relativ aufgeräumten Eindruck. Bevor ich Feierabend mache, räume ich alle Unterlagen in den Schrank. Am nächsten Morgen hole ich dann möglichst nur so viel heraus, wie ich auch erledigen kann. Ein voller Schreibtisch ist meistens kein Zeichen von viel Arbeit, sondern von schlechter Organisation." Aufgezeichnet von Ariane Arndt-JakobsExtra

Vom Lehrling bis zum Vorstandsvorsitzenden: Remigius Kühnen hat sein gesamtes Berufsleben der Sparkasse Trier gewidmet - am 31. März 2015 wird der dann 66-Jährige in den Ruhestand gehen. 1979 wurde der diplomierte Sparkassenbetriebswirt Abteilungsdirektor, seit 1991 gehört er zum Vorstand des Finanzinstituts, seit 2007 ist er dessen Vorsitzender. Die Sparkasse Trier beschäftigt in ihren 67 Geschäftsstellen im Kreis Trier-Saarburg und der Stadt Trier fast 1000 Mitarbeiter, darunter 64 Auszubildende. Acht machen ein Duales Studium, ein Angebot der Sparkasse Trier in Kooperation mit dem Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Trier. arn www.sparkasse-trier.de