Im Handwerk sind noch fast 600 Lehrstellen frei

Ausbildungsmesse in der HWK Trier : Chance Handwerk für Neugierige

An der Ausbildungsmesse der HWK beteiligen sich 42 Betriebe. Die Messe im neuen Bildungszentrum wartet mit einigen Überraschungen auf.

Die Ausbildungsmesse der Handwerkskammer Trier (HWK) am Freitag, 15. November, 13 bis 17 Uhr, im neuen Bildungszentrum (BZT) in der Loebstraße in Trier bietet ungeahnte Chancen: Mehr als 580 freie Lehrstellen kann das Handwerk in der Region noch anbieten, zahlreiche der 130 unterschiedlichen Ausbildungsberufe im Handwerk sind zu erforschen, und zudem können die Gäste schon einen ersten Blick in die neuen Lehrwerkstätten werfen. Vor allem ist aber die Ausbildungsmesse eine Chance für die Wirtschaft, denn hier können sie sich möglichen Ausbildungsaspiranten präsentieren.

Der Hauptgeschäftsführer der HWK, Axel Bettendorf, ist von dem Konzept überzeugt. „Wir sind an allen Ausbildungsmessen beteiligt, wir gehen in die Schulen und informieren, doch hier haben wir unsere eigene Messe nur für die Handwerksbetriebe.“

Und die Unterstützung ist derzeit wichtig. „In diesem Jahr haben wir rund 1100 neue Lehrstellen im Handwerk. Das ist zum Vorjahr ein Rückgang von über elf Prozent“, erklärt Bettendorf. Gründe für diese Entwicklung gebe es viele, die demografische Entwicklung, der Rückgang der Migranten und die Entscheidung vieler junger Menschen, ein Studium einzuschlagen. Für den HWK-Hauptgeschäftsführer ist klar: „Um gegen den Fachkräftemangel anzugehen, müssen die Betriebe selbst ausbilden.“ Platz, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren, gibt es bei der „Chance Handwerk“ noch zu genüge. Carl-Ludwig Centner, Geschäftsführer Ausbildung, lädt auch Kurzentschlossene ein. „Ich würde mich freuen, wenn wir am Ende 50 Firmen bei der Messe hätten. Platz hätten wir sogar für noch mehr.“

Das Programm bei „Chance Handwerk“ bietet aber jetzt schon Interessierten eine große Vielfalt. „Karrierechancen für jeden, vom Anlagemechaniker bis zum Zimmerer“, versprechen die Verantwortlichen. Ein Rahmenprogramm rund um die Themen Ausbildung und Bewerbung ergänzt das Angebot für Schüler und Eltern. Die Messe richtet sich an alle Schulformen, sei es Hauptschule, Realschule oder Gymnasium. Denn neben den klassischen Ausbildungsberufen können sich die Besucher auch über die Möglichkeiten eines Dualen Studiums in einem Handwerksbetrieb informieren. Experten der Handwerkskammer und Berufsberater der Arbeitsagentur geben Tipps und Ratschläge, Jugendliche können sich aber auch aktiv einbringen und ausprobieren, wo ihre Fähigkeiten liegen: Beim Pfeilerbauen, beim Betonieren, Farbenmischen oder an all den anderen offenen Werkstätten, die Messe bietet Gelegenheit, das Handwerk live zu erleben.

Schulklassen können an der Messe mehrfach profitieren. Bei der Berufsberatung sind sie eingeladen, in verschiedenen Gewerken gegeneinander anzutreten. Die besten Klassen erhalten Preise zwischen 300 und 100 Euro für die Klassenkasse.

Das Umfeld, in dem sich die Betriebe vorstellen können, ist ideal. Im neuen, rund 44 Millionen Euro teuren Bildungszentrum, sind die Werkstätten der Tischler, Zahntechniker und Maler für das große Event bereits geöffnet. Die offizielle Eröffnung des Zentrums ist im September 2020 vorgesehen. Dann sollen die mehr als 400 Werkstatt- und 200 Unterrichtsplätze komplett eingerichtet sein. Das Trierer Bildungszentrum wird das erste seiner Art bundesweit sein, das in Passivhausbauweise gebaut ist. Das BTZ wird durch die EU aus dem Fonds für regionale Entwicklung, vom Land Rheinland-Pfalz sowie dem Bundesinstitut für Berufsbildung gefördert.

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