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Im Trierer Stahlwerk geht es weiter - vorerst

Im Trierer Stahlwerk geht es weiter - vorerst

Dem Betriebsratsvorsitzenden des Trierer Stahlwerks (TSW), Rudi Heinz, ist die Erleichterung nach der Betriebsversammlung anzusehen. Gerade hat Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger den Mitarbeitern von einem neuen Auftrag berichtet. Die 300 Stahlarbeiter haben damit bis Mitte Februar Arbeit.

Trier. "Wir mussten wirklich mit dem Schlimmsten rechnen. Doch es ist noch einmal gut ausgegangen", sagt Rudi Heinz am Donnerstagnachmittag sichtlich erleichtert. Die Verantwortlichen hatten damit gerechnet, dass der vorläufige Insolvenzverwalter Ende Januar die 300 TSW-Mitarbeiter nach Hause schicken muss, weil keine Aufträge vorliegen. Fast im letzten Moment aber hat die Pampus-Gruppe eingelenkt und kauft nun doch wieder Baudrahtmatten aus Trier. Passend zu dieser Nachricht reihen sich gut zehn Lastwagen am Werkstor auf, als die Mitglieder die Betriebsversammlung verlassen. Beladen mit Schrott fährt damit gerade der Grundstoff für die TSW-Geschäfte ins Werk ein. Täglich können die 300 Mitarbeiter etwa 2000 Tonnen Schrott in Baumatten verwandeln, allein 84 LKW mit 24 Tonnen Nutzlast sind dafür nötig. "Die gute Botschaft ist nun: Die 300 Leute arbeiten weiter", freut sich auch der IG-Metall-Chef für die Region Trier, Roland Wölfl, über die Nachricht des Insolvenzverwalters. Zudem hat der Insolvenzverwalter in der Sitzung die Mitarbeiter auch über mehrere Interessenten informiert. Die Hoffnung hellt sich dabei auch noch dadurch auf, dass es einem neuen Besitzer leichter fällt, ein Werk zu übernehmen, in dem produziert wird. Bisher hatte der Insolvenzverwalter nicht einmal zwei Monate Zeit, das Werk an den Mann zu bringen. Erst Ende November stieg der Dortmunder Insolvenzspezialist Schulte-Kaubrügger als Verantwortlicher ein. Zum 1. Februar wird nun aus der vorläufigen Insolvenz mit Zustimmung der Gläubiger und des Amtsgerichts Dortmund ein Insolvenzverfahren eingeleitet. In diesem Fall würden die hohen Forderungen gegen das TSW (150 Millionen Euro) mit den Gläubigern neu verhandelt. Für die Stahlarbeiter in Trier ist das die Chance für einen Neuanfang. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", gibt sich Betriebsratschef Rudi Heinz weiter kämpferisch.