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Logistik
Das postalische Tor zur weiten Welt

Rund 3,25 Millionen Briefsendungen werden pro Woche im Briefzentrum Trier bearbeitet.
Rund 3,25 Millionen Briefsendungen werden pro Woche im Briefzentrum Trier bearbeitet. FOTO: TV / Björn Pazen
TRIER. Das Briefzentrum im Trierer Hafen feiert seinen 20. Geburtstag. Seitdem wurden 4,2 Milliarden Briefe bearbeitet. Von Björn Pazen

Im Sommer 1998 zog der Arbeitsplatz von Gabi Wilbert-Kugel um. Drei Jahre lang hatte sie für die Post im Briefzentrum am Trierer Hauptbahnhof gearbeitet, dann wurde das neue Briefzentrum im Trierer Hafen eröffnet. Nun feierte sie mit den übrigen Mitarbeitern des Briefzentrums, ihrem Chef Wolfgang Tabellion sowie Vertretern von Post und Stadt Trier ein Jubiläum: seit 20 Jahren werden alle eingehenden und ausgehenden Briefe aus dem Postleitzahlenbereich 54 im Trierer Hafen sortiert und bearbeitet.

„Seitdem hat sich vieles verändert. Damals hatten wir sehr viele Briefe noch in Handarbeit sortieren müssen, wir hatten alleine bis zu zehn Mitarbeiter, die an der sogenannten Videocodierung saßen und undeutlich geschriebene oder unvollständige Adressen bearbeiten mussten. Das machen heute alles moderne Sortiermaschinen“, sagt Wilbert-Kugel. Beim Umzug 1998 war sie Teamleiterin im Bereich Infopost, heute ist ihr Job international: Sie ist im Bereich Export tätig, immer von 2.30 Uhr bis 11 Uhr kommen in ihrer Abteilung des Briefzentrums Briefe aus ganz Deutschland an, die nach Luxemburg, Spanien, Frankreich und Belgien gehen. „Um 8 Uhr geht der erste LKW nach Madrid, um 9 Uhr startet der LKW nach Belgien, um 10 Uhr der zweite nach Spanien,  und um 11 Uhr folgen die Transporte nach Frankreich und Luxemburg“, berichtet Wilbert-Kugel. Nachmittags läuft es dann umgekehrt, dann kommen die Briefe aus den vier Ländern, die in Trier für die insgesamt 81 weiteren Briefzentren in ganz Deutschland sortiert werden.

Im Jahr 2016 hat das Briefzentrum diese Zusatzaufgabe erhalten, die das Internationale Postzentrum am Frankfurter Flughafen innehatte. „Die Post hat vier grenznahe Briefzentren mit den Auslandsaufgaben betraut. Das sichert in Trier 70 Arbeitsplätze“, sagt Tabel­lion, der Leiter des Briefzentrums. Rund 500 000 Sendungen pro Woche macht das „Auslandsgeschäft“ im Trierer Briefzentrum aus. Insgesamt werden pro Woche bis zu 3,25 Millionen Sendungen in Trier bearbeitet - allerdings nur Briefe, denn für Päckchen und Pakete auch im Postleitzahlenbereich 54 ist das Paketzentrum in Neuwied zuständig.

Aktuell arbeiten insgesamt 230 Mitarbeiter (131 Frauen und 99 Männer) im Drei-Schicht-Betrieb 24 Stunden am Tag im Briefzentrum Trier. „Wir sind das Herzstück der Brieflogistik für alle Orte im Postleitzahlenbereich 54, quasi das postalische Tor zur Welt“, sagt Tabellion. Nimmt man alle Briefe zusammen, die seit dem Umzug im Jahr 1998 im Trierer Briefzentrum bearbeitet wurden, ergibt sich eine unglaubliche Summe von 4,2 Milliarden Sendungen, aneinandergelegt würden man mit diesen Briefen 21-mal die Erde umrunden.

Gabi Wilbert-Kugel arbeitet seit 20 Jahren im Briefzentrum Trier.
Gabi Wilbert-Kugel arbeitet seit 20 Jahren im Briefzentrum Trier. FOTO: TV / Björn Pazen

Als die Post vor 20 Jahren in das 4700 Quadratmeter große neue Briefzentrum am Trierer Hafen einzog, startete man mit 160 Mitarbeitern, die 2,8 Millionen Sendungen pro Woche bearbeiteten – mit der Zeit, und speziell in Zeiten von E-Mail und anderen digitalen Möglichkeiten, nahm die Zahl der Sendungen weiter ab, doch mit dem internationalen Geschäft wurde der Standort Trier langfristig gesichert.

Das zeigt sich auch in der kontinuierlichen Modernisierung der Sortiermaschinen. 2017 wurde zum Beispiel eine neue Großbriefsortieranlage in Betrieb genommen. „Die Zahl der Briefe, die noch per Hand bearbeitet werden müssen, ist im einstelligen Prozentbereich, wenn überhaupt“, sagt Tabellion.

Die Arbeitsabläufe für die nationale Post sind immer die gleichen – von Montag bis Samstag: Bis 22 Uhr werden alle Briefe aus dem Bereich 54 in Trier gesammelt, sortiert – und gehen dann auf Reisen nach ganz Deutschland, wenn sie nicht schon in Trier für die Region sortiert werden. Nachts kommen dann die Briefe aus den anderen Briefzentren in Trier an, morgens werden diese für die einzelnen Zusteller oder Zustellstützpunkte sortiert - und zwar nach Gangfolge. Das heißt: Die Maschinen „kennen“ die Wege der Briefträger, und so werden alle Sendungen schon genau in dieser Reihenfolge „serviert“. Stolz ist Albert Elsen, der Abteilungsleiter der Brief-Niederlassung Koblenz (zu der das Briefzentrum Trier gehört), dass „93 Prozent aller vor der letzten Briefkastenleerung eingeworfenen Sendungen am nächsten Tag beim Empfänger sind“.