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Industrieregion Trier liegt vorn bei Nahrungsmitteln und Möbeln

Industrieregion Trier liegt vorn bei Nahrungsmitteln und Möbeln

Der Arbeitsmarkt der Region Trier ist genauso stark von der Industrie geprägt wie im Durchschnitt des Landes. Das ergibt der neue "Industriekompass 2011 Rheinland-Pfalz", erstellt vom Trierer Inmit-Institut.

Trier. Die Bitburger Brauerei, Gerolsteiner, die beiden Molkereien Milchunion Hocheifel (Muh) und Hochwald (Thalfang) oder Dr. Oetker (Wittlich) und Japan Tobacco International (JTI, Trier): Diese Unternehmen gehören zur Nahrungsmittel- und Getränke-Industrie und damit zum Aushängeschild der Industrie in der Region Trier. Laut dem aktuellen "Industriekompass 2011 Rheinland-Pfalz" ist dieser Branchenbereich in der Region im Vergleich zum Land überdurchschnittlich stark hier vertreten.
Zum sechsten Mal hat das Trie rer Institut für Mittelstandsökonomie (Inmit) den Industriekompass im Auftrag des Mainzer Wirtschaftsministeriums erstellt und dabei die umsatzstärksten Branchen, Netzwerke und regionalen Steckbriefe im Land erarbeitet. Dabei wird deutlich, dass landesweit durch die Industrie jeder dritte Euro erwirtschaftet wird. Die ersten fünf Branchen - Chemie, Metall, Maschinanbau, Fahrzeugbau und Gummi/Kunststoff - stellen sechs von zehn industriellen Arbeitsplätzen und erwirtschaften fast drei Viertel des Umsatzes. Abweichend davon liegen die Schwerpunkte in der Region Trier bei den Branchen Nahrungsmittel, Metall, Maschinenbau, Gummi/Kunststoff und Holz/Möbel. Gerade die Holz- und Möbelbranche ist damit "eine Ausnahme im Land", sagt Marco van Elkan, stellvertretender Geschäftsführer des Inmit.
Region ist keine Industriebrache


Auch im Vergleich der Beschäftigtenzahlen und der Umsatzentwicklung stehe die Region Trier besser da als der Landesdurchschnitt, sagt van Elkan. Derzeit gibt es zwischen Eifel, Mosel und Hunsrück 315 Betriebe mit 20 Beschäftigten und mehr, die 34 297 Stellen anbieten. Sie erwirtschafteten 2010 einen Umsatz von 8,4 Milliarden Euro. Auf 1000 Einwohner kommen damit 67 Industrie-Beschäftigte. Ein Wert, der sich vom Landesdurchschnitt mit 69 Beschäftigten auf 1000 Einwohner nicht groß unterscheidet und diejenigen Lügen straft, die die Region für eine Industriebrache halten. Demgegenüber liegt jedoch die Exportquote mit 26,5 Prozent nur etwa halb so hoch wie im Land (50,2 Prozent). "Das ist Fluch und Segen zugleich", sagt van Elkan. Es fehlten zwar Absatzmärkte, aber man sei für Umwälzungen in der Wirtschaft wie vor zwei Jahren in der Finankrise nicht so anfällig. Davon habe die Region in der Finanzkrise profitiert; aber auch das gesamte Land Rheinland-Pfalz sei mit einem Umsatzplus von 20 Prozent (Deutschland plus 16 Prozent) "überdurchschnittlich gut aus der Krise gestartet". Für dieses Jahr sieht die Region Trier im Export einen Wachstumstreiber: So hat der jüngste Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier ergeben (der TV berichtete), dass mit rund einem Drittel der Betriebe wieder mehr Industrieunternehmen mit steigenden Exporten rechnen, so dass die Kammer von einer "leichten Aufhellung" spricht.

Der neue "Industriekompass 2011 Rheinland-Pfalz" ist per Download unter www.inmit.de zu haben. sas